Brandenburg

Auftaktveranstaltung für Pilotprojekt "Inklusive Grundschule"

Bildungsministerin Martina Münch und Bildungsstaatssekretär Burkhard Jungkamp haben heute Vertreterinnen und Vertreter von landesweit 84 Schulen, die sich am Pilotprojekt "Inklusive Grundschule" beteiligen, zur Auftaktveranstaltung in Potsdam empfangen. Am weiteren Ausbau der "Schule für alle" nehmen 73 Schulen in öffentlicher sowie 11 Schulen in freier Trägerschaft als assoziierte Teilnehmer teil. Sie haben heute ihr offizielles Beauftragungsschreiben sowie Informationen zu den Rahmenbedingungen und zur wissenschaftlichen Begleitung erhalten.

23.04.2012 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Bildungsministerin Münch erwartet von der Pilotphase wichtige Impulse für den weiteren Ausbau inklusiver Bildungsangebote im Land Brandenburg. "Die ausgewählten Grundschulen sind Leuchttürme: Ihre Erfahrungen mit der Aufnahme und Förderung von Schülerinnen und Schülern mit den sonderpädagogischen Förderbedarfen `Lernen`, `sozial-emotionale Entwicklung` und `Sprache` sollen in den kommenden Jahren ins Land ausstrahlen und allen anderen Schulen zugute kommen", so Münch. "Dafür werden die Pilotschulen auf der Basis einheitlicher Maßstäbe zusätzlich mit Lehrkräften ausgestattet. Die `Schule für alle` gibt es nicht zum Nulltarif – für die Pilotschulen werden wir mehr als 100 Stellen bereitstellen."

"Ich will die Regelschulen in die Lage versetzen, künftig alle Schülerinnen und Schüler aufnehmen und bestmöglich fördern und unterstützen zu können – der Start der Pilotschulen ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer ´Schule für alle`", macht Ministerin Münch klar. Besonders wichtig sei in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern, insbesondere der Schulträger. "Ich freue mich, dass sich inzwischen viele unserer Partner auf den Weg gemacht haben und das Projekt "Schule für alle" auch jenseits unseres Pilotprojekts vorantreiben. Das begrüße ich ausdrücklich – für den weiteren Ausbau werden wir vielfältige Erfahrungen brauchen."

Für die 73 Grundschulen in öffentlicher Trägerschaft, die am Pilotprojekt "Inklusive Grundschule" teilnehmen, gelten für die Pilotphase – vom Schuljahr 2012/13 bis zur flächendeckenden Einführung der sonderpädagogischen Grundversorgung für die Förderschwerpunkte "Lernen", "sozial-emotionale Entwicklung" und "Sprache" ab dem Schuljahr 2015/16 – einheitliche Rahmenbedingungen:

  • Für alle Pilotschulen stehen für fünf Prozent der Gesamtschülerzahl 3,5 Lehrerwochenstunden je Schüler als Basisausstattung für förderdiagnostische Lernbegleitung in den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten "Lernen", "sozial-emotionale Entwicklung" und "Sprache" zur Verfügung.
  • Zusätzlich stehen den Staatlichen Schulämtern rechnerisch 0,5 Lehrerwochenstunden je Schüler als Pool für besondere Problemlagen zur Verfügung.
  • Für Schülerinnen und Schüler mit anderen sonderpädagogischen Förderschwerpunkten werden auf der Grundlage des Feststellungsverfahrens individuell zusätzliche Stunden für den gemeinsamen Unterricht zur Verfügung gestellt.
  • Bei der Bildung von Klassen an den Pilotschulen soll der Frequenzrichtwert 23 Schülerinnen und Schüler je Klasse betragen.
  • In den Pilotschulen wird nach einem ganzheitlichen, schulinternen Unterrichtskonzept auf der Grundlage von Rahmenlehrplänen unterrichtet und für jedes Kind ein individueller Lernplan geführt.
  • Um die beteiligten Lehrkräfte auf die Besonderheiten einer inklusiven Schule bestmöglich vorzubereiten, erhalten sie eine prozessbegleitende Fortbildung und Beratung durch speziell fortgebildete Beraterinnen und Berater.
  • Das Pilotprojekt an den Grundschulen wird wissenschaftlich begleitet.

Die assoziierten Grundschulen in freier Trägerschaft werden an den Fortbildungen in den jeweiligen Regionen teilnehmen und bei der wissenschaftlichen Begleitung berücksichtigt.

Termin: Montag, 23. April 2012, 15.00 bis 18.00 Uhr
Ort: Staatskanzlei, Brandenburg-Saal, Raum 150, Heinrich-Mann-Allee 107, 14473 Potsdam

Weitere Informationen gibt es unter www.mbjs.brandenburg.de


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