Ausbau der Ganztagsschulen braucht Kontinuität und Qualität
Der Bundeselternrat begrüßt die neue [Studie zur Entwicklung des Ganztagsschulausbaus](http://bildungsklick.de/a/91741/28-millionen-ganztagsplaetze-fehlen/), deren Ergebnisse die Bertelsmannstiftung gestern vorgestellt hat.
04.07.2014 Pressemeldung BundeselternratDie Ganztagsschule ist inzwischen eine anerkannte, etablierte Schulform und muss weiter ausgebaut werden. Bereits in einer gemeinsamen Pressemitteilung am 05.12.2013 haben der Bundeselternrat und der Allgemeine Schulleitungsverband Deutschlands (ASD) ein flächendeckendes Angebot an rhythmisierten Ganztagsschulen für alle Kinder gefordert, deren Eltern das wünschen (Wahlfreiheit).
"Dabei geht es immer auch um qualitativen Ausbau, mit hohen Qualitätsstandards.", betont Michael Töpler, stellvertretender Vorsitzender des Bundeselternrates. Diese müssen sich auf die konzeptionelle und strukturelle Qualität beziehen und damit die räumliche, sächliche und personelle Ausstattung der Schulen einschließen.
Aufgrund des ausgelaufenen Programms des Bundes befürchtet der Bundeselternrat nicht nur die Verlangsamung des Ausbaus, sondern auch ein Absenken des Qualitätsanspruchs durch sogenannte "Ganztagsschulen light", d.h. Schulen lediglich mit additivem Betreuungsprogramm am Nachmittag, statt eines sinnvoll durchrhythmisierten Schulalltags, motiviert durch Sparzwänge in den Ländern. Damit kämen die Länder in erster Linie nur noch dem Betreuungsbedarf von Eltern nach, vernachlässigten dabei aber die Chancen, die gute Ganztagsschulen bieten, nämlich bessere individuelle Förderung der Kinder und chancengerechten Zugang zur Bildung.
Bisher noch viel zu häufig sind viele Gymnasien, durch die Verkürzung der Gymnasialzeit bis zum Abitur gekoppelt mit den obligatorischen 265 Wochenstunden der KMK bereits de-facto "ganztägige Schulen", in dem Konzept "Ganztagsschule" nicht mitgedacht. Viele Gymnasiasten gehen dadurch täglich sogar noch länger in die Schule, als die Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I anderer Schulformen.
"Ein deutliches Bekenntnis der Bundesregierung und des Bundestages zu einem kontinuierlichen und qualitativen Ausbau von Ganztagsschulen wäre aus Sicht der Eltern ein gutes Signal, dass nicht nur der gestiegene Betreuungsbedarf auf Seiten der Eltern, sondern auch die Verbesserung des Bildungserfolges und die Chancengerechtigkeit für alle Kinder und Jugendliche ernst genommen werden.", resümiert Michael Töpler.
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