Bayerische Gymnasiasten brauchen Entlastung

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) bekräftigt seine Forderung: Bayerische Gymnasiasten brauchen dringend und schnell Entlastung. "Viele Schülerinnen und Schüler sind in einem unerträglichen Maß erschöpft und ausgebrannt", betonte BLLV-Präsident Klaus Wenzel angesichts der Diskussion um die Neubewertung der Lehrpläne an Gymnasien. Besonders dramatisch ist die Situation für Gymnasiasten der 11. Jahrgangsstufe, weil die Anforderungen, die die Oberstufenreform an sie stellt, extrem hoch sind. "Wir haben bereits wenige Wochen nach Schulbeginn darauf aufmerksam gemacht, dass viele Schülerinnen und Schüler erschöpft und müde sind."

12.01.2010 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Schon die Mehrung der Stundenzahl spricht Bände: Hatten die Vorgänger der jetzigen 11. Klassen in der Kollegstufe (K12) gut 28 Unterrichtsstunden pro Woche, beläuft sich das Pensum der Schüler/innen, die die neue Qualifikationsphase Q11 besuchen, auf bis zu 38 Stunden. Die Anzahl der Wochenstunden liegt im Schnitt bei rund 35 Stunden. Vorgeschrieben sind insgesamt 132 Jahreswochenstunden in den vier Halbjahren - also durchschnittlich 33 pro Halbjahr. "Viele Schülerinnen und Schüler haben dreimal Nachmittagsunterricht, manche auch viermal. Viele Gymnasiasten - auch in unteren Jahrgangsstufen - verbringen fast ihre komplette Freizeit mit der Schule, entweder, weil sie den Unterricht vorbereiten oder Hausaufgaben erledigen. Diese Dauerbelastung kann krank machen und ausbrennen", warnte Wenzel erneut.

Schüler, aber auch Lehrer, die vor gewaltigen Herausforderungen stehen, brauchen schnell Hilfe, erklärte der BLLV- Präsident und forderte das Kultusministerium auf, "die Befindlichkeiten ernst zu nehmen und die Appelle nach Entlastung und einer tatsächlichen Entschlackung der Lehrpläne endlich aufzugreifen. Lehrplandruck, Prüfungsdichte, hohe Stundenzahl bei gleichzeitig extrem hohen Anforderungen sowie die ständige Leistungsbewertung durch Noten müssen auf ein vernünftiges Maß reduziert werden."

Ziel müsse sein, möglichst vielen jungen Menschen möglichst vielfältige und wertvolle Kompetenzen zu vermitteln. "Dies ist kein Widerspruch zu einem qualifizierten Leistungsanspruch, sondern eine schlüssige Konsequenz."


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