Bayerischer Elternverband sieht sich in seinem Einsatz für "eine Schule für alle" bestärkt

Der Bayerische Philologenverband hat in einer repräsentativen Umfrage herausfinden lassen, dass sich 29 Prozent der bayerischen Bevölkerung für eine Gemeinschaftsschule aussprechen. "Ein Ergebnis, das uns nicht überrascht", sagte Isabell Zacharias, die Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbands (BEV). "Wir haben sogar mit weniger Zustimmung gerechnet."

25.10.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Elternverband

In einem Bundesland wie Bayern, in dem es unter rund 5000 Schulen gerade einmal drei Gesamtschulen gebe, könne man von den Befragten kaum eigene Erfahrung mit Gemeinschaftsschulen erwarten. Die Antworten würden notgedrungen von dem bestimmt, was in der Öffentlichkeit als Gemeinschaftsschule dargestellt werde. "Leider haben Kultusministerium, Philologen und Realschullehrer die gemeinsame Schule für alle immer wieder als gleichmacherische Einheitsschule diffamiert und vor dem Heraufziehen des Sozialismus gewarnt", sagte Zacharias. "Da stimmen uns 29 Prozent Zustimmung zur Gemeinschaftsschule durchaus optimistisch."

Dass mehr als die Hälfte der Grundschuleltern eine längere gemeinsame Schulzeit ablehnt, sei verständlich. "In der Grundschule ist die Schulwelt noch weitgehend in Ordnung, das zeigen alle einschlägigen Untersuchungen. Wie belastend Schule im jetzigen System sein kann, merkt man erst später, deswegen wird die Zustimmung zur Änderung der Schulstruktur größer, je älter die Kinder der Befragten sind."

Es sei überaus erfreulich, dass der Philologenverband diese Studie in Auftrag gegeben habe und sich nicht mehr gegen eine Diskussion über Schulstruktur sperre. Der BEV werde weiterhin für eine Schule für alle werben, weil nur diese Schulform wirkliche individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes möglich mache. Das zeigten die Erfahrungen der Pisa-Sieger Skandinavien und Südtirol, aber auch einzelner sehr erfolgreicher integrierter Gesamtschulen in Deutschland, zum Beispiel der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden.

Dass Aufklärung wirksam sei, sehe man an der Ganztagsschule: Noch vor drei Jahren habe die CSU sie für Teufelszeug gehalten und die Bevölkerung sie abgelehnt. Mittlerweile seien, wie die aktuelle Umfrage zeige, 59 Prozent der Befragten für Ganztagsschulen. "Für eine Schule für alle besteht angesichts dieser allseitigen Lernfähigkeit durchaus Hoffnung", sagte Zacharias. "Unseren Kindern ist zu wünschen, dass der Bewusstseinswandel schnell geht."


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden