Bayerischer Realschullehrerverband kritisiert FDP: Koalitionsvertrag für den Bildungsbereich darf nicht unterlaufen werden
Der Bayerische Realschullehrerverband (brlv) übte heftige Kritik an bildungspolitischen Aussagen der FDP, die den Koalitionsvertrag offen missachten. Renate Will, bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, sprach sich für Fusionen von Hauptschulen und Realschulen aus, obwohl der Koalitionsvertrag gerade das nicht vorsieht. Dort heißt es nämlich, dass bei der Einrichtung von Kooperationsversuchen Haupt- und Realschulen als eigenständige Schularten erhalten bleiben.
27.11.2008 Bayern Pressemeldung Verband Reale Bildung"Hier wird der Koalitionsvertrag eindeutig unterlaufen", stellte Verbandschef Anton Huber fest und fuhr fort: "Mit einem derartigen Vorgehen wird die FDP, die in der Regierungs-verantwortung steht, viele Bürger und wohl nicht nur den Realschulbereich vor den Kopf stoßen."
Der brlv hält eine Zusammenlegung von Hauptschulen und Realschulen weiterhin für den falschen Weg in der Bildungspolitik. Ergebnisse der jüngsten PISA-Untersuchung können dafür auch nicht herhalten, sagte Anton Huber, denn die bayerische Realschule hat mit 563 Leistungspunkten im naturwissenschaftlichen Bereich "meilenweit bessere Ergebnisse" aufzuweisen als die sächsische Mittelschule, die auf 515 Punkte kommt. Es sei für den brlv schon sehr erstaunlich, dass die FDP, die stets für einen leistungsstarken Wirtschaftsstandort Bayern eintritt, einer Niveausenkung im Realschulbereich das Wort reden will. Zudem sei eine Zusammenlegung der Schularten auch nicht erforderlich zum Erreichen des mittleren Schulabschlusses, da die an Hauptschulen eingerichteten Mittlere-Reife-Zweige, die so genannten M-Zweige, genau diese Möglichkeit bereits ihren Schülern anbieten.
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