Bayerischer Städtetag fordert mehr Ganztagsschulen

(redaktion/pm) Der Bayerische Städtetag hat jetzt ein klares Konzept zum Ausbau der Ganztagsschulen eingefordert. "Wir brauchen endlich Klarheit über die konkreten Ausbauziele", erklärte der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags, Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger: "Nebulöse Ankündigungen helfen den Kommunen nicht weiter."

18.08.2008 Bayern Artikel

Bei den Hauptschulen beabsichtigt die bayerische Staatsregierung eine Umsetzung bis zum Schuljahr 2012/2013 an 600 Standorten. Dies sei zu spät und erfasse nicht alle Hauptschulen, erklärte Schaidinger. Die Verzögerung werfe in der Folge noch weitere Probleme auf: "Wenn es an einem Ort eine Ganztagsschule gibt, am anderen Ort nicht, dann wandern die Schüler zu der Schule mit dem besseren Ganztagskonzept. Hier muss der Staat zulegen."

Auch das Ausbauziel von 500 Ganztagsschulen bei den Grundschulen wird vom bayerischen Städtetag kritisiert. Bei 2300 staatlichen Grundschulen sei das zu wenig. Der Städtetag erwarte ein Angebot, das dem Bedarf von Schülern und Eltern gerecht werde. Dazu müsse der konkrete Bedarf ermittelt werden. Und schließlich seien die Ausbauziele bei den Gymnasien, Realschulen und Wirtschaftsschulen noch völlig im Dunklen, so Schaidinger: "Wir brauchen konkrete Aussagen, von welchem Bedarf der Staat ausgeht. Deshalb fordern wir einen Ausbauplan und einen Stufenplan."

"Die Städte und Gemeinden brauchen Klarheit, welche Leistungen der Freistaat für die Ganztagsschule erbringt. Wir wollen wissen, welche Ausgaben auf uns zukommen und welche Unterstützung uns der Staat gibt", betonte Schaidinger. Wenn schon im nächsten Schuljahr der Ausbau beginnen solle, könnten die Kommunen sich nicht auf die Verhandlungen für den nächsten Doppelhaushalt 2009/2010 vertrösten lassen. "Schließlich müssen wir unsere Haushalte planen und anstehende Investitionen rechtzeitig einstellen. Wir erwarten Aussagen, ob der Freistaat ein Sonderförderprogramm auflegt."

Der Staat dürfe die gebundene Ganztagsschule nicht nur verkünden, sondern müsse sie tatsächlich einführen, fordert Schaidinger: "Es darf nicht dazu kommen, dass im Kleingedruckten die Kommunen wieder als Ausfallbürgen herhalten müssen, wenn dem Staat die Mittel für Ganztagsschulen fehlen. Lange genug haben die Kommunen Vorleistungen erbracht." Schulische Ganztagsplätze seien in Bayern bislang überwiegend von kommunalen und freien Trägern geschaffen worden, und nicht vom Staat.


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