Bayern baut Hauptschule zu berufsorientierter Schule aus

Bayern entwickelt die Hauptschule konsequent weiter. Mit dem differenzierten Angebot im gegliederten Schulwesen Bayerns lassen sich die Schüler mit ihren unterschiedlichen Talenten bestmöglich gut fördern. Den Vorstoß der Münchner Bürgermeisterin, die Hauptschulen abzuschaffen, wertet Kultusminister Siegfried Schneider als "Versuch von Frau Strobl, den Kommunalwahlkampf mit alten ideologischen Hüten zu eröffnen". Sie solle nicht die Hauptschule schlecht reden, sondern die Leistungen der Hauptschüler anerkennen und als Sachaufwandsträger ihre Hauptschulen optimal ausstatten.

07.11.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

In Bayern ist die Hauptschule eine tragende Säule der weiterführenden Schule. Sie wird gegenwärtig von rund einem Drittel der Schüler eines Jahrgangs besucht. Knapp 50 Prozent der Schüler schließen an bayerischen Hauptschulen mit dem Qualifizierenden Hauptschulabschluss ab, 20% verlassen die Hauptschule mit dem Mittleren Schulabschluss.

Den Bayerischen Schülern insgesamt wurden in der PISA-Studie Spitzenleistungen in ihrer Schulart bestätigt. Auch die bayerischen Hauptschüler haben bundesweit am besten abgeschnitten. Die "Gesamtschüler" - bestehend aus Gymnasiasten, Realschülern und Hauptschülern - erreichten in Ländern wie Berlin, Brandenburg und Bremen gerade die Leistungen der bayerischen Hauptschüler. Die bayerischen Hauptschüler haben bei PISA auch deutlich besser abgeschnitten als die Schüler z.B. von Haupt- und Regionalschulen in Rheinland-Pfalz.

Bayern baut gegenwärtig die Hauptschule zu einer berufsorientierten Schule aus. Es ist das Ziel von Kultusminister Schneider, "dass künftig möglichst alle Schüler die Hauptschule mit Ausbildungsreife verlassen". Damit werden die Chancen von Hauptschulabsolventen auf dem Ausbildungsstellenmarkt in Bayern weiter verbessert. Die Situation von Schülern, die Probleme in der Schule oder beim Übergang in die Ausbildung und auf den Arbeitsmarkt haben, ändert sich auch nicht, wenn das Zeugnis von einer Gesamtschule ausgestellt wird.

Entscheidend ist, dass der Jugendliche einen Ausbildungs- und einen Arbeitsplatz erhält. Gerade bei diesem Kriterium steht Bayerns bestens da: Bayern ist mit Baden-Württemberg in der Bundesrepublik Deutschland an der Spitze der Beschäftigungsskala. Die Jugendarbeitslosigkeit ist in Bayern deutlich niedriger als in den allermeisten deutschen Ländern, vor allem als in den Ländern mit Integrierten Gesamtschulen. Die vergleichsweise gute Situation in Bayern liegt daran, dass die Leistungen der Hauptschulabsolventen in Bayern von der Wirtschaft anerkannt werden.

"Anstatt ideologische Grabenkämpfe zu führen, ist Handeln angesagt", schließt Minister Schneider. "Wir wollen dazu die Schülerinnen und Schüler noch besser individuell fördern und wir tun es auch". Deshalb errichtet der Freistaat zum kommenden Schuljahr in Freising ein zweites Staatsinstitut zur Ausbildung von Förderlehrern, um die individuelle Förderung von Grund- und Hauptschüler weiter auszubauen.

Der Münchner Bürgermeisterin rät Kultusminister Schneider: Sie solle in ihrem Zuständigkeitsbereich die Aufgabe der Kommune als Sachaufwandsträger für Schulen wie auch in der Bereitstellung von Plätzen an Kindergärten und -horten ernst nehmen und die dort anstehenden Probleme lösen.


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