Bayern: Städtetag fordert Hilfe für Hauptschüler
(redaktion/pm) Mit einem Appell an den bayerischen Ministerpräsidenten hat sich der Bayerische Städtetag dafür eingesetzt, dass Hauptschulabgängern mit einem schlechten Abschluss weiterhin die Chance eingeräumt wird, an Volkshochschulen den Quali nachzuholen. Seit vielen Jahren führen die bayerischen Volkshochschulen entsprechende Lehrgänge durch, um Schüler ohne oder mit schlechtem Abschluss vor der Arbeitslosigkeit zu bewahren. Nun sollen staatliche und europäische Förderung jedoch auf Schulabgänger ohne Abschluss begrenzt werden.
24.07.2008 Bayern ArtikelSchüler mit schlechtem Zeugnis würden dann aus der Förderung herausfallen. Das sei rund die Hälfte aller bisherigen Teilnehmer. Dazu erklärte der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags, Oberbürgermeister Hans Schaidinger: "Es kann und darf nicht sein, dass jungen Menschen ohne Chance auf dem Ausbildungsmarkt dieser Weg verbaut wird".
Der Städtetag nimmt den Staat in die Pflicht, die Kurse für Hauptschulabgänger weiterhin mitzufinanzieren. Die Anzahl der Bewerber für die Nachholung eines qualifizierenden Hauptschulabschlusses steige Jahr für Jahr. Für die Schuljahre 2007/08 und 2008/09 geht es laut Städtetag um einen Betrag von 2,2 Millionen Euro. Hintergrund ist, dass die bisher zur Mitfinanzierung herangezogenen Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) ausfallen. Mit den neuen ESF-Förderrichtlinien dürfen nur noch Jugendliche ohne Abschluss teilnehmen.
Schaidinger: "Ich appelliere an den Ministerpräsidenten, ein Machtwort zu sprechen und die erforderlichen Mittel aus dem Landeshaushalt aufzubringen". Für den Städtetag geht es bei dieser Entscheidung um die Glaubwürdigkeit der Bildungspolitik. Noch immer verlassen 10.000 Jugendliche in Bayern die Schule ohne Abschluss und mehr als 23.000 erreichen nur einen einfachen, oft sehr schlechten Hauptschulabschluss. Die VHS-Kurse zur Nachqualifizierung können verhindern, dass Jugendliche auf das Nebengleis der Beschäftigungsförderung geraten und zu den schwer Vermittelbaren auf dem Arbeitsmarkt zählen.
Keine Kommentare vorhanden