Zensuren-Lifting

Bayern: Streit um Zensuren im G8

(redaktion) Schwere Vorwürfe gegen das bayerische Kultusministerium hat der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Klaus Wenzel, erhoben: Auf Druck der Behörde sollen Schüler des achtjährigen Gymnasiums besser benotet werden. "Mir wurde mitgeteilt, dass das Kultusministerium Schulleitern die versteckte Anweisung erteilt hat, man solle nachhelfen, dass G-8-Schüler nicht schlechter abschneiden als die Schüler auf dem G9", sagte Wenzel gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

25.02.2010 Artikel

Wenzels reagierte damit unter anderem auf eine Erhebung, die Spaenle am Dienstag veröffentlicht hatte: Danach schnitten die Elftklässler des G8 in den Halbjahreszeugnissen in der Regel besser ab als die Zwölftklässler des letzten G-9-Jahrgangs. Damit sollte die Befürchtung vieler Eltern widerlegt werden, dass der Leistungsdruck zu schlechteren Noten bei den G-8-Schülern führe.

Damit G-8-Schüler besser abschneiden, so Wenzel gegenüber der Zeitung, seien auch die mündlichen Noten aufgewertet worden. Bei den G-8-Schülern wird die Gesamtnote zu gleichen Teilen aus mündlicher und schriftlicher Teilnote errechnet, bei den G-9-Schülern zählt die schriftliche Note weiterhin doppelt. Mündliche Noten, so Wenzel, fielen aber erfahrungsgemäß immer besser aus, deshalb seien die G-8-Schüler im Vorteil.

"Als eine Behauptung, die jeglicher Grundlage entbehrt", hat das Kultusministerium umgehend den Vorwurf des BLLV-Chefs bezeichnet. Mit seiner unbegründeten Unterstellung habe er die Integrität von Lehrkräften und Schulen bei der Notengebung in Frage gestellt und beschädigt.


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Weiterführende Links

  • Süddeutsche Zeitung: Kultusministerium unter Verdacht

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