Berliner Schüler mit ihrer Druckerpresse auf den Spuren von Sinti-und-Roma-Häftlingen im KZ Ravensbrück

Mit der Druckerpresse im Gepäck reisen 16 Schüler aus der Ernst-Litfaß-Schule in Berlin-Wittenau in das ehemalige Konzentrationslager Ravensbrück. Eine Woche lang beschäftigen sich die Schüler der Abschlussklasse des Oberstufenzentrums Druck- und Medientechnik in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Ravensbrück mit dem nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma und insbesondere mit der Geschichte dieser Häftlingsgruppe im Frauen- Konzentrationslager Ravensbrück. Sie recherchieren nicht nur Einzelschicksale und Haftbedingungen, sondern bearbeiten das Thema auch auf ihre Weise: An der eigenen Druckerpresse entstehen (am 27./28.6.) im Hochdruckverfahren großformatige Grafiken (63x88cm). So verfassen die Jugendlichen ihre Sicht auf den Völkermord an Sinti und Roma.

28.06.2007 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Die Spurensuche führte sie bereits nach Berlin-Marzahn, wo die Nationalsozialisten ein "Zigeuner-Lager" einrichteten, von wo aus 1943 die meisten Insassen nach Auschwitz-Birkenau deportiert und durch Gas getötet wurden. Außerdem sprachen sie mit Petra Rosenberg vom Berliner Landesverband Deutscher Sinti und Roma. Die 16 Jugendlichen werden diese letzten Tage als Schüler sicher nie vergessen. In drei Wochen teilt ihnen Rektor Peter Michael Rulff das Abschlusszeugnis aus. Dann haben sie mit denkwürdigen Stationen den Weg vom Hauptschüler zur Mittleren Reife gemeistert.

Vor Ort stellt die Internationale Jugendbegegnungsstätte Ravensbrück noch bis zum 7. Juli Grafiken aus, die 2005 im Rahmen eines Projekts mit der Ernst- Litfaß-Schule entstanden sind. Die Druckerpresse stammt aus der "Werkstatt 0305" der Schule, die sich bereits mehrfach gegen Rassismus engagiert hat. Im Januar 2006 mahnten Grafiken von Litfaß-Schülern als "steinerne Zeugen" an die Opfer des Nationalsozialismus in der Wandelhalle des Abgeordnetenhauses (denk!mal). Das Projekt "Mit Kunst und Kultur gegen Rassismus" errang im Wettbewerb "Im Netz gegen Rechts" eine Auszeichnung: Nach dem Besuch in Stettin fertigten die Litfaß-Schüler Grafiken gegen das Vorurteil "Polen klauen und nehmen Deutschen die Arbeitsplätze weg". Das Projekt in der Gedenkstätte Ravensbrück wird von respektABel, dem Berliner Förderprogramm für Demokratie und Toleranz, gegen Gewalt und Rechtsextremismus, unterstützt.

Werkstatt 0305: http://home.snafu.de/ingog.grollmus


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