GEW Baden-Württemberg

Bildung hat keine Stimme mehr

"Es ist erschreckend, der Landtagsdebatte über Bildungspolitik zuzuhören. Die Bildungspolitik von CDU und FDP ist 2011 zu Recht abgewählt worden. Der Bildungspolitik von Grünen und SPD wird das Gleiche 2016 passieren, wenn die Regierung weiter auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen spart und ohne klares Konzept bildungspolitisches Stückwerk produziert. Fast zwei Jahre nach der Wahl warten Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte weiter auf klare Aus-sagen, welche Reformen an KiTas und Schulen bis 2016 tatsächlich umgesetzt werden", sagte am Freitag (14.12.) Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg.

14.12.2012 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die Bildungsgewerkschaft GEW vermisst in der Landesregierung und den Regierungsfraktionen eine Lobby für die Bildungseinrichtungen im Land. "Von der versprochenen ´Bildung für alle´ im Koalitionsvertrag ist nur das Papier übrig geblieben. Während für andere grün-rote Ziele Geld da ist, wird im Haushalt des Kultusministeriums konzeptionslos gestrichen. Offenbar sind in den Regierungsfraktionen die Bildungspolitiker aufs Abstellgleis geschoben worden und das Kultusministerium kann sich bei den Verhandlungen am Kabinettstisch nicht durchsetzen", sagte Moritz. Will die baden-württembergische Landesregierung nur einen ganz kleinen Teil ihrer bildungspolitischen Reformvorhaben umsetzen, gibt es bis 2016 keinen Spielraum für Stellenstreichungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Lehrerbedarfsprognose des Essener Bildungswissenschaftlers Klaus Klemm.

Die GEW-Chefin nennt die Bildungspolitik planlos: "Die Landesregierung weiß nicht, welche Reformschritte sie bis zum Ende der Wahlperiode umgesetzt haben will. Sie weiß nur, dass sie Lehrerstellen streichen will. In den vergangen Jahren wurden zum Beispiel mühsam Instrumente zur Qualitätsentwicklung in den Schulen aufgebaut, die jetzt einfach gestrichen werden sollen. Wie sollen die vielen Reformpläne umgesetzt werden, wenn Lehrkräfte dafür nicht qualifiziert werden und ausreichend Zeit für die Umsetzung in den Klassenzimmern bekommen", sagte Moritz.

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