Bildungsbenachteiligung in Deutschland - ein gesellschaftlich weitgehend akzeptiertes Problem

Für den Präsidenten des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, sind die heute in Berlin vorgestellten Ergebnisse des zweiten Chancenspiegels über Leistungen und Schwächen der Schulsysteme in 16 Bundesländern keine Überraschung.

24.06.2013 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

"Sie zeigen auf bedrückende Weise, dass das Problem schul- und bildungspolitischer Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen nur halbherzig gelöst wird", kritisierte er heute in München. Bildungsbenachteiligung in Deutschland und leider auch in Bayern würde vielmehr zum dauerhaften, aber gesellschaftlich weitgehend akzeptierten Problem. "Diejenigen, die es betrifft, haben keine Lobby, die sich für sie einsetzt."

"Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem." Die Situation könnte schnell verbessert werden, wenn Kindergärten und Grundschulen so ausgestattet würden, dass dort tatsächlich intensiv und individuell gefördert werden könnte. Dafür müsste "richtig viel Geld" in die Hand genommen werden, "denn solche Maßnahmen sind eben nicht zum Nulltarif zu haben." Die nach solchen Befunden laut werdende Betroffenheits- und Ankündigungslyrik sei heuchlerisch.

Das Abschneiden Bayerns zeige erneut, wie ernst die Konsequenzen einer Schul- und Bildungspolitik seien, die ausgrenze statt zu integrieren. "Solange das Bayerische Kultusministerium an einer solchen Politik festhält, wird die Spreizung zwischen starken und schwachen Kindern zunehmen."

Erst vergangene Woche hat der BLLV darauf hingewiesen, dass sich gerade Haupt- und Mittelschüler als "Bildungsverlierer" betrachteten. Mehr dazu unter www.bllv.de


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