Bildungsgewerkschaft begrüßt Einlenken der Regierung bei Reform der Schulaufsicht
Anlässlich der heutigen Rede von Kultusministerin Henzler auf dem 30. Gewerkschaftstag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen erklärt Jochen Nagel, Vorsitzender der GEW Hessen:
10.11.2011 Pressemeldung GEW Hessen"Wir begrüßen es sehr, dass Kultusministerin Henzler im Rahmen unserer Landesdelegiertenversammlung klargestellt hat, dass sie und die Regierung von ihren Plänen Abstand genommen haben, die hessischen Schulämter zu reinen Außenstellen einer Zentralverwaltung zu degradieren. Stattdessen wird es vor Ort nun weiterhin möglich sein, zu gestalten statt nur zu verwalten: Schulämter werden weiterhin Problemlösungen erarbeiten und deren Umsetzung auch verantworten dürfen. Auch wurde damit die demokratischen Beteiligungsrechte in den Regionen gesichert. Dies hat die GEW seit Langem gefordert -– alles andere hätte zu massiven Problemen an den Schulen geführt", so Nagel einleitend.
"Neben diesem politischen Erfolg für die GEW gibt es jedoch auch weiterhin grundsätzliche Kritik an der Bildungspolitik der Landesregierung. Zu nennen ist hier insbesondere das neu hessische Schulgesetz, dessen Regelungen zu verstärkter Auslese sowie Deregulierung und Ökonomisierung von Bildung führen werden", so Nagel weiter.
Als maßgeblichsten Konfliktpunkt für die nächste Zeit benannte Nagel zudem die schlechten Arbeitsbedingungen für hessischen Lehrkräfte, die bundesweit die höchste Arbeitsbelastung (Pflichtstundenzahl) haben und zukünftig nun auch noch bis 67,5 Jahren vor den Klassen stehen sollen.
Auch die geplanten Kürzungen im Bereich der Lehrerbildung müssten in diesem Zusam-menhang gesehen und zurückgenommen werden. "Es ist absolut nicht hinnehmbar, in Zeiten gravierenden Lehrermangels auf die Ausbildungskapazitäten zu verringern sowie die Arbeitsbedingungen der Ausbilder zu verschlechtern. Noch kritikwürdiger wird dieses Vorgehen dann, wenn zugleich im Schulgesetz verankert wird, bei Lehrermangel dürften Schulen fortan auch auf Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter zurückgreifen", so Nagel weiter. "Dies ist ein massiver Angriff auf Bildungs- und Beschäftigungsstandards, gegen den wir uns massiv zur Wehr setzen werden", so Nagel weiter. "Im Bildungsbereich darf nicht gekürzt werden. Bildung braucht deutlich mehr Geld!"
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