Bildungsminister Metelmann fordert Initiatoren des Volksbegehrens zum Schulgesetz auf, Kinder und Eltern nicht zu verunsichern!
"Wir wollen gute Schule! Das sind die Ganztagsschulen, das sind selbstständige Schulen und das ist die individuelle Förderung der Kinder im System des längeren gemeinsamen Lernens. Die Initiatoren des Volksbegehrens zum neuen Schulgesetz stellen mit ihren Forderungen genau dieses Anliegen in Frage", so Bildungsminister Metelmann heute vor der Landespressekonferenz.
07.02.2006 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-VorpommernZwar mögen die Ziele der Initiatoren die gleichen sein, aber deren Vorstellungen über die Umsetzung würden einen Rückschritt bedeuten und die Rahmenbedingungen in den Schulen verschlechtern.
So wäre zum Beispiel eine weitere Verkleinerung der Klassen nicht nur finanziell nicht zu verantworten (die Mehrbelastungen lägen im zweistelligen Millionenbereich), sondern sie wären vor allem auch ohne pädagogischen Effekt.
Mecklenburg-Vorpommern gehört bereits zu den Bundesländern mit den kleinsten Klassengrößen: im Sekundarbereich I sind es 22 Schüler pro Klasse, im Bundesdurchschnitt dagegen 25.
Kleine Klassen an vielen Standorten potenzieren die Probleme:
- der Lehrertourismus würde zunehmen
- es würde mehr Unterricht ausfallen
- das Unterrichtsangebot könnte nicht so vielfältig sein
- Schulsozialarbeit bliebe auf der Strecke.
Kleine Klassen sind zudem nicht per se gleichzusetzen mit individueller Förderung. Vielmehr werden im neuen Schulgesetz Unterrichtselemente umgesetzt, die ihren Ursprung in der Reformpädagogik haben. So arbeiten Lehrerinnen und Lehrer in der Orientierungsstufe künftig in einem Team, dadurch wird eine besondere Verantwortung für die individuelle Entwicklung der einzelnen Kinder übernommen. Zum anderen wird im Projektunterricht ein anschauliches und problemorientiertes Lernen umgesetzt. Die Schülerinnen und Schüler lernen an praxisnahen Fragen aus ihrer Lebenswelt. Dadurch können sie sich stärker mit den Inhalten identifizieren.
Außerdem werden vier zusätzliche unterrichtsbegleitende Förderstunden pro Klasse zur Verfügung gestellt, über deren Gestaltung die Schule selbst entscheidet.
Mit den Vorstellungen der Initiatoren des Volksbegehrens würden die Regionalschulen, die in anderen Bundesländern erst im Aufbau begriffen sind, bei uns wieder abgeschafft - die Alternative wären "Pantoffelschulen". Längeres gemeinsames Lernen macht es möglich, dass 35 Regionalschulen im Land zusätzlich erhalten werden können.
Minister Metelmann: "Wir verstehen die Motivation der Initiatoren eines Volksbegehrens nicht und wir werden uns gegen ihr Vorhaben wehren, denn das würde zu Chaos am Schuljahresende führen.
Es sollte vielmehr im Interesse aller sein, die Regelungen im neuen Schulgesetz gemeinsam für das nächste Schuljahr bestmöglich vorzubereiten - im Sinne von guter Schule. Das ist Zukunft für unsere Kinder!"
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