Bildungsministerin Erdsiek-Rave besuchte Feriencamp an der Hauptschule Mettenhof

Wie sichert man Spuren am Tatort? Wie findet man den verwendeten Giftstoff und erstellt ein Täterprofil? In den Fernsehserien haben sie das schon oft gesehen, jetzt aber sind die 15 Mädchen und Jungen der "CSI Mettenhof" selbst den Tätern auf der Spur. Eine Woche lang haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des "Sommercamps NaWi-aktiv" im Bildungszentrum Mettenhof Zeit einen - selbstverständlich fiktiven - Kriminalfall zu lösen und dabei ihre naturwissenschaftlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu erproben. Heute (23. Juli) sah Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave ihnen dabei über die Schulter.

23.07.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

"NaWi-aktiv ist herausragendes Beispiel dafür, wie man mit anschaulichem Unterricht, praktischen Elementen und attraktiven Aufgaben auch Kinder für Naturwissenschaften begeistern kann, die dafür vermeintlich keine Ader haben", sagte die Ministerin. Das Konzept des bundesweit einmaligen Projektes beruhe auf einer frühzeitigen Förderung. NaWi-aktiv richte sich deshalb gezielt an die Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Jahrgänge in Haupt-, Regional- und Gemeinschaftsschulen. "Gerade Kinder in diesem Alter haben ein hohes Interesse an naturwissenschaftlichen Fragestellungen. Ein gezieltes Angebot zu diesem Zeitpunkt kann leistungsschwächeren Kindern helfen, die Leistungen in Naturwissenschaften, aber auch in Mathematik und Deutsch zu verbessern", erläuterte Erdsiek-Rave. Sie dankte der Deutschen Post, die mit ihrer großzügigen finanziellen Unterstützung das Projekt erst möglich gemacht habe.

Das Sommercamp ist der vorläufige Höhepunkt einer langfristigen Förderung, die im nächsten Schuljahr fortgesetzt wird: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen zuvor ein Jahr lang jede Woche an einer zweistündigen NaWi-Arbeitsgemeinschaft teil. Dabei haben sie nicht nur einen "Führerschein" für Bunsenbrenner gemacht, sie haben auch gelernt zu destillieren, die Inhaltsstoffe von Getränken zu bestimmen und Versuche zu beschreiben und zu präsentieren.

Prof. Reinhard Demuth vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften an der Universität Kiel (IPN), der das Projekt entwickelt hat und wissenschaftlich begleitet, äußerte sich positiv über den Verlauf: "Die Schülerinnen und Schüler waren sehr motiviert und haben die AG freiwillig und regelmäßig besucht." Erste positive Auswirkungen auf den regulären Schulunterricht machten sich bereits bemerkbar, so Demuth. Im Rahmen der wissenschaftlichen Evaluation würden die Lernfortschritte im Vergleich zu Nichtteilnehmern aber noch ausgewertet.

Während des einwöchigen Feriencamps im Bildungszentrum Mettenhof sollen sie nun ihr "Meisterstück" abliefern. Sie lösen einen Mordfall. Dafür müssen sie Akten lesen, Zeugenaussagen prüfen und diskutieren, sie besuchen den Botanischen Garten auf der Suche nach einem Pflanzengift, lassen sich von Experten des Landeskriminalamts die Analyse von Fußspuren und Fingerabdrücken erklären und erstellen ein Täterprofil. Zur Erholung zwischendurch werden sie unter anderem ins Schwimmbad gehen und den Mediendom besuchen.

Im nächsten Schuljahr werden noch mehr Kinder Gelegenheit bekommen, an NaWi aktiv teilzunehmen. Die Anna-Siemsen-Schule in Lübeck wurde in einem Ausschreibungsverfahren als zweite Stützpunktschule ausgewählt. 2009 soll dann noch eine Schule aus dem Raum Flensburg hinzukommen und 2010 eine Schule aus der Region Neumünster.


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