Schleswig-Holstein

Bildungsministerin Ernst: „Inklusion wie an den öffentlichen Schulen"

Land und Waldorfschulen schließen Kooperationsvertrag.

24.06.2016 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein
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Ich freue mich, dass die Waldorfschulen in Zukunft immer mehr Schülerinnen und Schüler inklusiv beschulen wollen und hierfür ein Inklusionskonzept vorgelegt haben. Das unterstützt das Land gern“, sagte gestern Bildungsministerin Britta Ernst bei der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in Neumünster. 

Mit der Vereinbarung werde eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der Landesförderzentren mit den Waldorfschulen und den Heilpädagogischen Einrichtungen vereinbart, sagte die Ministerin. Die Landesförderzentren werden die Waldorfschulen bei der sonderpädagogischen Betreuung von Schülerinnen und Schüler in den Förderschwerpunkten „Sehen“, „Hören“ und „körperliche und motorische Entwicklung“ unterstützen. Dies beinhalte insbesondere die Beratung und Unterstützung der Waldorfschulen und der Eltern mit Blick auf Beschulung, Gestaltung des schulischen sowie des häuslichen Arbeitsplatzes und die Unterstützung bei der Berufsorientierung. Zudem wirkten die Landesförderzentren bei Prüfungen und beim Erwerb von schulischen Abschlüssen mit, erläuterte Ernst. 

Schülerinnen und Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf wurden bislang in den Waldorfschulen überwiegend in eigenen Förderklassen oder in den drei privaten Förderzentren der Waldorfschulen beschult, also nicht gemeinsam in einer Klasse mit Schülerinnen und Schülern ohne Förderbedarf. Nach der Neuordnung der Ersatzschulfinanzierung hatte die Landesarbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen ein Konzept für die inklusive Beschulung an den Waldorfschulen vorgelegt, um die Voraussetzungen für mehr inklusive Beschulung zu schaffen, insbesondere auch an Waldorfschulen, die bislang noch keine Kinder mit Förderbedarf aufnehmen. Die Entwicklung des Konzeptes war vom Bildungsministerium begleitet worden.

„Auch an Waldorfschulen wird es mehr inklusive Beschulung geben - das ist gut so“, sagte Bildungsministerin Ernst. Die Schulen würden dabei durch das `Fach-Team Inklusion` unterstützt, in dem alle Sonderschullehrkräfte der schleswig-holsteinischen Waldorfschulen zusammengeführt worden seien. Weil das Fach-Team Inklusion über keine Lehrkräfte verfüge, die auch die Kinder mit den Förderschwerpunkten Hören, Sehen sowie körperlich und motorische Entwicklung beschulen könnten, hatte die Landesarbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen um Unterstützung durch die Landesförderzentren gebeten. Damit seien nunmehr die Rahmenbedingungen geschaffen, langfristig an allen 12 Waldorfschulen im Land eine gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Förderbedarf zu ermöglichen. 

„Ohne eine Zusammenarbeit mit den Landesförderzentren könnten die Waldorfschulen keine Schülerinnen und Schüler mit diesen Förderschwerpunkten aufnehmen“, sagte Ernst und kündigte an, dass mit den Dänischen Schulen in Schleswig-Holstein eine vergleichbare Vereinbarung geschlossen werden soll. „Die Waldorfschulen in Schleswig-Holstein sind bundesweit Vorreiter bei der inklusiven Beschulung in Waldorfschulen. Das freut uns“, sagte die Ministerin.


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