Inklusion

Bildungsministerin Ernst stellt Arbeitspapier zur Inklusion vor: 542 Schulische Assistenzen unterstützen die Grundschulen

"Inklusion ist eine zentrale Aufgabe von Schule. Um die Schulen dabei zu unterstützen, haben wir schon einiges auf den Weg gebracht", sagte Bildungsministerin Britta Ernst gestern in Kiel. Sie präsentierte ihr Arbeitspapier, das den Stand der Umsetzung des Inklusionskonzeptes beschreibt.

06.01.2016 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Ein zentraler Punkt ist die Stärkung der Schulen durch multiprofessionelle Teams - an den Grundschulen gehören dazu auch die Schulischen Assistenzen. "Mit Beginn dieses Jahres starten sukzessive auch die 342 schulischen Assistenzkräfte, die beim Land Schleswig-Holstein angestellt sind", betonte die Ministerin. Zusammen mit den Kräften, die von den Schulträgern selbst oder über freie Träger beschäftigt werden, werden dann die 477 öffentlichen Grundschulen oder Grundschulteile sowie die 26 Schulen in privater Trägerschaft und die 43 Schulen der dänischen Minderheit durch 542 Schulische Assistenzen unterstützt. Britta Ernst: "Das ist ein Erfolg und verbessert die Qualität der inklusiven Schule."

Schulische Assistenzen verstärken multiprofessionelle Teams Das Bewerbungs- und Einstellungsverfahren für die beim Land beschäftigen schulischen Assistenzkräfte ist abgeschlossen. Aus den 1.300 Bewerbungen sind 350 Bewerberinnen und Bewerber ausgewählt worden, die jetzt sukzessive an den Grundschulen starten: 200 Personen in diesem Januar und 80 Personen zum 1. Februar. Die Qualifikation reicht dabei von der Erzieherin/Erzieher über Lehrkräfte, Sozialpädagogen, Heilpädagogen, Therapeuten und andere Personen mit pädagogischen Ausbildungen/Studiengängen bis zu sozial erfahrenen Personen. Die Assistenzkräfte werden vom Land unbefristet eingestellt und erhalten im Durchschnitt Beschäftigungsverhältnisse mit mindestens der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit. Das Entgelt der Beschäftigten bewegt sich in den Entgeltgruppen 4, 6 und 8 des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L).

Sie alle erhalten eine achttägige Zertifikatsfortbildung. Zu den Aufgaben der Schulischen Assistenz gehören Hilfestellung bei der Umsetzung von Arbeitsaufträgen, Mitwirken bei spezifischen Fördermaßnahmen für Gruppen oder einzelne Schülerinnen und Schüler, Hilfe bei pädagogischen Angeboten außerhalb des Unterrichtes wie Projekt- und Sporttage, Schul- und Klassenfeste.

Zusammen mit den schulischen Assistenzkräften, die über die Schulträger beziehungsweise die freien Träger angestellt werden, werden damit insgesamt 542 Personen - im Gegenwert von jährlich 13,2 Millionen Euro - die Grundschulen unterstützen.
Bildungsministerin Ernst: "Wir lösen damit unsere Zusage an Lehrkräfte und Eltern ein. Die Lehrerinnen und Lehrer werden entlastet und die Kinder individuell gefördert."

Mit zum Team gehören Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter sowie Schulpsychologen. Das Land übernimmt bei der Schulsozialarbeit den bisherigen Bundesanteil und finanziert die Aufgabe jährlich mit 17,8 Millionen Euro. Der schulpsychologische Dienst ist von 17 auf 32 Vollzeitstellen fast verdoppelt worden.

Um die Qualität der inklusiven Bildung weiter zu verbessern, setzt Bildungsministerin Ernst sechs Schwerpunkte:

  • Ausbau der regionalen Kooperation: In jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt vereinbaren und verstetigen die Förderzentren ihre Kooperation. Ziel ist es, ein regionales Netzwerk zu schaffen.
  • Steuerung der sonderpädagogischen Ressourcen soll landesweit verlässlicher und transparenter werden.
  • Neuausrichtung und Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Diagnostik.
  • Weiterentwicklung des Förderschwerpunktes für Schülerinnen und Schüler geistige Entwicklung: Hier sollen die Kooperationen zwischen diesen Förderzentren und jeweils einer allgemeinbildenden Schule ausgebaut werden - bis hin zu Campus-Lösungen. So kann Inklusion für diesen Förderschwerpunkt gelingen.
  • Eine aktivere und stärkere Mitwirkung der Eltern.
  • Übergang Schule-Beruf wird verstärkt inklusiv gestaltet. Ein externes Gutachten soll Hinweise darauf geben, was am Übergang Schule-Beruf speziell für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf getan werden muss.

"Wir wissen, dass inklusive Schule nicht ohne starke Förderzentren gelingen kann. Deshalb bleiben sie landesweit erhalten, werden aber inhaltlich und strukturell weiterentwickelt", betonte die Ministerin. Vorrangige Aufgabe der Förderzentren und ihrer Lehrkräfte sei es, die inklusive Beschulung zu unterstützen. Zentren für inklusive Bildung (ZiB) wird es nicht geben. Bildungsministerin Ernst: "Auch das ist ein Ergebnis der regionalen Fachgespräche. Vielmehr sollen sich alle Förderzentren weiterentwickeln."

Weitere Informationen
Arbeitspapier "Inklusion an Schulen" - Umsetzung, Arbeitsschwerpunkte, nächste Schritte


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