Schleswig-Holstein

Bildungsministerin Prof. Dr. Wende für Konzept gegen Unterrichtsausfall: "Wir setzen auf echte Verstärkung, nicht auf zeitlich begrenzte Vertretungen"

Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud ´Wara´ Wende hat heute (23. August) im Kieler Landtag ein Konzept gegen den Unterrichtsausfall angekündigt. In diesem Zusammenhang betonte sie, dass sie unmittelbar nach Amtsantritt Maßnahmen zur Verbesserung der Unterrichtsqualität eingeleitet habe.

23.08.2012 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

"Wir werden 2013 insgesamt 300 der von der Vorgängerregierung gestrichenen 600 Personalstellen wieder zurück an die Schulen geben." Sie betonte, dass die Landesregierung auf die personelle Verstärkung der Schulen durch Planstellen, und nicht auf zeitlich befristete Unterrichtsvertretungen setze. "Die von unseren Vorgängern gestrichenen 600 Planstellen haben zu mehr Unterrichtsausfall und zu einer massive Verschlechterung der Unterrichtsqualität geführt", sagte Wende, es reiche nicht aus, "lediglich einen Vertretungsfonds zu haben, wenn es kein stringentes Konzept gegen Unterrichtsausfall gibt".

180 der zurückgegebenen 300 Stellen gehen an die Gemeinschaftsschulen, damit diese mit einer Erhöhung der Differenzierungsstunden von 3 auf 5 Stunden pro Woche und Lerngruppe "überhaupt wieder als Gemeinschaftsschulen funktionieren können". Die übrigen 120 Stellen würden - mit den Schwerpunkten Grund- und Berufsschule - zur Optimierung der inklusiven Beschulung eingesetzt.

Die Ministerin kündigte darüber hinaus eine große Bildungskonferenz an, die am 8. September in Kiel stattfinden wird und zu der sie Schülerinnen und Schüler, Eltern- und Lehrerverbände sowie politisch Interesssierte eingeladen habe: "Bildungspolitik ohne Dialog ist zum Scheitern verurteilt", sagte Wende. Sie habe zwar klare bildungspolitische Vorstellungen, sie sei aber nicht einsichtsresistent: "Ich höre zu, lerne und bin offen für andere Auffassungen." Schule solle kein Ort des permanenten Wettbewerbs und der Konkurrenz, sondern ein Raum, in dem neben Wissensvermittlung auch soziale und emotionale Kompetenzen erworben und kreative Talente gefördert würden. Sie setze daher auf den Ausbau der Gemeinschaftsschule, allerdings ohne - wie Kritiker immer wieder unterstellten - die Gymnasien zu schwächen oder gar abzuschaffen. "Wir wollen nicht, dass junge Menschen frühzeitig in Bildungsgewinner und Bildungsverlierer aufgeteilt werden", sagte Bildungsministerin Wara Wende, auch deshalb sei sie für die Gemeinschaftsschule.


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