Bildungsministerin will Schülerinnen und Schüler für Mathematik begeistern
"Kaum eine andere Wissenschaft ist für das Funktionieren unserer hoch technologisierten, modernen Gesellschaft so entscheidend wie die Mathematik. Deutschland braucht für die Zukunft mehr junge Menschen, die sich für Mathematik und Naturwissenschaften begeistern und auf diesen Gebieten auch ihre berufliche Zukunft suchen. Deshalb haben wir gerade im bundesweiten Wissenschaftsjahr der Mathematik 2008 die Schulen im Land dazu aufgerufen, mit einem ,Tag der Mathematik´ für diese Wissenschaft zu werben und in Unterrichtsprojekten zu zeigen, dass Mathematik vielfältig und kreativ, aber auch – im wahrsten Sinne des Wortes – begreifbar ist. "Die Beispiele, die ich hier erlebt habe, bestätigen dies auf beeindruckende Weise", sagte Bildungsministerin Doris Ahnen heute beim Besuch des Eleonoren-Gymnasiums in Worms.
10.04.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-PfalzIn Rheinland-Pfalz seien in den vergangenen Jahren eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht worden, die den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich in allen Schularten qualitativ und quantitativ stärken, die Wertschätzung dieses Bereichs in der Öffentlichkeit verbessern und entsprechende Interessen und Begabungen bei Schülerinnen und Schülern frühzeitig wecken und fördern sollen, betonte die Bildungsministerin. Ein gutes Beispiel dafür sei das sehr erfolgreiche Projekt SINUS, das in Rheinland-Pfalz eine nachhaltige Wirkung entfalte. Die wichtigsten Ziele von SINUS seien die Verbesserung der mathematischen Grundkompetenzen der Schülerinnen und Schüler und eine Weiterentwicklung der Aufgabenkultur, indem das selbstständige Arbeiten und die Entwicklung eigener Lösungsideen gefördert werden. Ein weiteres Beispiel seien die mathematischen Modellierungswochen, bei denen mathematisch begabte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 12 sowie interessierte Lehrkräfte die Gelegenheit hätten, in kleinen Gruppen jeweils ein reales Problem aus Forschung oder Wirtschaft zu bearbeiten. "Wir wollen die Schulen auch weiterhin auf vielfältige Weise dabei unterstützen, den Mathematikunterricht weiterzuentwickeln und für die Schülerinnen und Schüler attraktiv zu gestalten", unterstrich Doris Ahnen und kündigte an: "Noch im Verlauf dieses Jahres werden alle Schulen im Land die Möglichkeit erhalten, kostenlos eine Software zur Schulung des räumlichen Vorstellungsvermögens zu nutzen, die im Rahmen von SINUS entwickelt und erprobt wurde. Fortbildungsveranstaltungen werden Anregungen zum Einsatz im Unterricht geben." Die mittlerweile 140 SINUS-Schulen im Land erhielten zudem in Kürze alle einen so genannten Stochastik-Koffer mit Materialien, die geeignet sind, Wahrscheinlichkeitsaussagen experimentell zu erfahren und zu veranschaulichen.
Dass diese Bemühungen auch erfolgreich sind, zeige zum einen die Resonanz auf den erst in der vergangenen Woche wieder einmal abgeschlossenen Landeswettbewerb Mathematik, an dem sich dieses Mal in der ersten Runde rund 3.800 Schülerinnen und Schüler beteiligt hatten, stellte die Bildungsministerin fest.
"Ich würde vielleicht nicht so weit gehen wie Galileo Galilei, der einmal meinte ,Wer die Geometrie begreift, vermag in dieser Welt alles zu verstehen´, aber dass Mathematik Schülerinnen und Schülern Spaß machen kann, das zeigt auch der heutige Tag der Mathematik hier in Worms", ergänzte Doris Ahnen. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte demonstrierten im Eleonoren-Gymnasium zudem, dass mathematische Verfahren und Erkenntnisse für viele Bereiche des täglichen Lebens nützlich, ja teilweise sogar unverzichtbar sind. So stand beispielsweise beim Vermessen des Wormser Wasserturms die Bedeutung der Mathematik zum Lösen praktischer Probleme im Vordergrund. Die Station "Geometrie am Computer" machte hingegen den Bezug zwischen mathematischen Verfahren und den neuen Medien deutlich. Doris Ahnen resümierte: "Da ist es ganz offensichtlich kein Zufall, dass sich am Wormser Eleonoren-Gymnasium mit mehr als 200 Schülerinnen und Schüler auch besonders viele Jugendliche an dem ebenfalls heute stattfindenden ,Känguru-Wettbewerb´ beteiligen, bei dem jedes Jahr Teilnehmende aus vielen europäischen und außereuropäischen Staaten darum wetteifern, wer die gestellten Matheaufgaben am besten lösen kann. Anwendungsorientiertes Lernen, Einsatz von Computern und – vor allem – engagierte Lehrkräfte, das sind sehr gute Voraussetzungen, damit Spaß am logischen Denken und gelegentlich auch am Tüfteln entsteht. Die hier am Tag der Mathematik gezeigten Beispiele zeigen, wie attraktiv und spannend Mathematik sein kann."
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