Bildungsministerium nimmt zu Vorstößen für 6-jährige Grundschulen Stellung

"Die nun – erstaunlicherweise – auch vom Lehrerverband VBE aufgegriffene Forderung nach einer Verlängerung der Grundschulzeit auf sechs Jahre im Zuge der Schulstrukturreform löst die vorhandenen und anstehenden Probleme nicht und bietet somit keine zukunftsweisende Perspektive für die Schullandschaft." Mit dieser Feststellung reagierte der Sprecher des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums, Wolf-Jürgen Karle, auf einen VBE-Vorstoß von heute.

29.02.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Die Landesregierung habe sich ganz bewusst in ihrem Schulstrukturkonzept gegen diesen Schritt und stattdessen dafür entschieden, in der Sekundarstufe I neben Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen künftig nur noch die "Realschule plus" als Zusammenschluss von Haupt- und Realschulen und mit einer verpflichtenden gemeinsamen Orientierungsstufe vorzusehen. Dies biete zusätzliche Optionen für ein längeres gemeinsames Lernen, eröffne eine Perspektive für die Hauptschulen, die eine stark sinkende Nachfrage zu verzeichnen hätten, und sichere wohnortnah ein breites Angebot an Bildungsabschlüssen.

Die Einführung einer sechsjährigen Grundschule dagegen führe wegen des notwendigen Fachunterrichts ab der Klasse 5 zu einem erheblichen Investitionsbedarf in den Grundschulen, die – von Ausnahmen abgesehen – bislang keine Fachräume hätten. In großen Grundschulen entstehe darüber hinaus zusätzlicher Bedarf an normalen Unterrichtsräumen. Die Folge seien immense Kosten für die Schulträger – also vor allem Orts- und Verbandsgemeinden. Ganz abgesehen davon verfügten die Grundschulen überwiegend nicht über die nötigen Fachlehrkräfte. Zudem führe die bereits ab kommendem Schuljahr geltende Neukonzeption der Sekundarstufe I zu Veränderungen auch in den Klassenstufen 5 und 6 – beispielsweise mit dem Vorziehen des Wahlpflichtbereichs auf die Klassenstufe 6 oder der Stärkung der Naturwissenschaften, die in Grundschulen nicht umzusetzen seien.

Die Landesregierung stehe weiter voll hinter der Prämisse "kurze Beine – kurze Wege" und sichere durch die gesetzlichen Regelungen den Bestand von wohnortnahen Grundschulangeboten, stellte der Ministeriumssprecher fest. Die Frage, ob Grundschulen vier oder sechs Klassenstufen hätten, sei dabei völlig unerheblich.


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