Bildungsmonitor 2007
"Angesichts der demografischen Entwicklung ist der im Bildungsmonitor 2007 für NRW festgestellte Mangel an Hochschulabsolventen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie in Mathematik und Informatik besonders dramatisch", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Wenn sich an unserem Schulsystem nicht grundlegend etwas ändert, wird sich dieser Fachkräftemangel in den kommenden Jahren noch verstärken."
21.08.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWEs reicht nicht aus, Schülerinnen und Schüler als "praktisch begabt" einzustufen und sie damit auf bestimmte berufliche Bereiche festzulegen. Im 21. Jahrhundert ist eine weitergehende Bildung gefragt, um ihnen weitergehende berufliche Chancen zu eröffnen.
"An vielen Schulen herrscht darüber hinaus gerade in den genannten Bereichen Fachlehrermangel", so Beckmann weiter. "Davon sind insbesondere die Hauptschulen betroffen. Deren Absolventinnen und Absolventen geraten so hinsichtlich ihrer Vorbildung schon ins Hintertreffen. Dieses Problem wird noch dadurch verschärft, dass die entsprechenden Fachlehrer mehr und mehr an andere Schulformen wie z.B. die Gesamtschule oder das Gymnasium zu wechseln versuchen, wo sie bessere Aufstiegschancen haben."
Angesichts des Rückgangs der Schülerzahlen werden schon allein aus wirtschaftlichen Gründen alle gebraucht. Deshalb ist es dringend erforderlich, die Zahl der Studierenden und Hochschulabsolventen zu erhöhen.
"Das erreicht man aber nicht dadurch, dass man Kinder schon im Alter von neun Jahren auf bestimmte vermeintliche Begabungen festlegt und damit Entscheidungen über ihr weiteres Leben trifft", so Beckmann weiter. "Ein Großteil der Kinder wird so nicht das erreichen, was bei offeneren Schulstrukturen möglich wäre."
Es ist nicht mehr nur die Bildungsforschung, die zu einer grundlegenden Reform des Schulsystems auffordert. Der Bildungsmonitor zeigt einmal mehr, dass die Volkswirtschaft Schaden leidet, wenn alles so weitergeht wie bisher.
"Wenn wir weiter fast ein Viertel unserer Schulabsolventen mit so unzureichenden Kenntnissen zurücklassen, wie die PISA-Studien sie uns immer wieder bescheinigt haben, wird das künftig zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten führen", so Beckmann weiter.
Der Bildungsmonitor stellt darüber hinaus für NRW eine im Vergleich zu anderen Ländern schlechtere Lehrer-Schüler-Relation an Grundschulen fest.
"Der Schülerzahlrückgang bietet die Chance, diese Relation zu verbessern", so Beckmann abschließend. "Eine umfassende Bildung als Basis für lebenslanges Lernen fängt letzten Endes in der Grundschule an."
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