Bildungsstaatssekretärin Reiß mahnt zur sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Unterrichtsversorgung
Bildungsstaatssekretärin Vera Reiß fordert den Philologenverband und den Verband Bildung und Erziehung (VBE) auf, zu einer sachlichen Diskussion über das wichtige Thema Unterrichtsversorgung zurückzukehren. "Alle am Schulleben Beteiligten sollten so mit einander umgehen, dass sie das Feld der sachlichen Auseinandersetzung nicht verlassen, nicht mit haltlosen Unterstellungen arbeiten und bei den Fakten bleiben", sagte Vera Reiß.
22.09.2011 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-PfalzZu den Fakten:
- Für das neue Schuljahr sind an den Schulen landesweit 550 Planstellen im Beamtenverhältnis wiederbesetzt oder neu eingerichtet worden.
- Zum 1. August gab es 2.208 Vertretungslehrkräfte im befristeten Angestelltenverhältnis. Rund 700 davon waren zum damaligen Zeitpunkt befristet bis zum 16.9.2011.
- Die Zahl der Vertretungsverträge schwankt schon immer von Monat zu Monat, weil sich der Vertretungsbedarf verändert. Wenn beispielsweise eine Lehrkraft aus der Elternzeit zurückkehrt, so übernimmt diese wieder ihren Unterricht und die Vertretungskraft wird nicht mehr benötigt. Andererseits kann ein neuer Vertretungsgrund entstehen, weil beispielsweise eine Lehrkraft während des Schuljahres längerfristig erkrankt oder in Elternzeit geht.
- Eine aktuelle monatsbezogene Vollerhebung ergibt, dass zum 1. September 2011 landesweit 2.638 Vertretungslehrkräfte an den Schulen eingesetzt waren. Von den rund 700 Vertretungsverträgen, die noch zum Schuljahresbeginn bis zum 16.9. befristet waren (siehe Punkt 2), sind bereits bis zum 1.9. rund 400 Verträge verlängert worden, weil Vertretungsgründe weiter bestanden oder neue Gründe entstanden sind.
- Es ist sachlich nicht vertretbar, aus den Schwankungen bei den Vertretungsverträgen die Schlussfolgerung zu ziehen, damit würde die vom Ministerium vorgestellte Statistik zur Unterrichtsversorgung verzerrt.
- "Blitzumfragen" und Stichprobenerhebungen sind von ihrer Aussagekraft keinesfalls zu vergleichen mit einer Vollerhebung an allen allgemeinbildenden Schulen des Landes, wie sie der offiziellen Schulstatistik und den Daten zur Unterrichtsversorgung zu Grunde liegt.
Die Bildungsstaatssekretärin erinnerte daran, dass die Daten für die offizielle Schulstatistik und zur Unterrichtsversorgung von den Schulen selbst zu einem festgelegten Stichtag eingegeben würden. "Diese Angaben werden derzeit von der Schulaufsicht in der ADD unter Rückkopplung mit den Schulen geprüft und letzten Endes vom Statistischen Landesamt aufgearbeitet und zusammengestellt. Das Bildungsministerium stellt dann erste Ergebnisse dieser Daten im Herbst vor und liefert damit ein auf Fakten aus allen Schulen basierendes Bild der Realität", unterstrich Vera Reiß und wiederholte ihren Appell zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema.
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