Bis 2030 sinken die Schülerzahlen im Land um rund ein Viertel

Im vergangenen Schuljahr 2008/09 wurden annähernd 1,689 Millionen Schülerinnen und Schüler an den öffentlichen und privaten allgemeinbildenden und beruflichen Schulen im Land unterrichtet. Rund 15 000 weniger als im Schuljahr 2006/07, in dem der Höhepunkt der Schülerzahl innerhalb der letzten 25 Jahre erreicht worden war. Das Schuljahr 2008/09 bildet neben der im November 2009 veröffentlichten Vorausrechnung der Bevölkerungsentwicklung die Basis für die Vorausrechnung der Schülerzahlen bis 2030, die das Statistische Landesamt durchgeführt hat. Die demografische Entwicklung dürfte nach diesen Berechnungen in den kommenden rund 20 Jahren bis 2030 für einen weiteren Rückgang der Gesamtschülerzahl um 435 000 (knapp 26 Prozent) auf etwa 1,254 Millionen sorgen.

14.01.2010 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Das Statistische Landesamt führt solche Vorausrechnungen der Schülerzahl im Land auf Basis aktueller Bevölkerungsvorausrechnungen bereits seit etwa 25 Jahren regelmäßig im Abstand von meist zwei bis drei Jahren durch. Seit dem Jahr 2006 erfolgt im Anschluss an die Veröffentlichung der Landesergebnisse eine Berechnung auf Kreisebene – allerdings mit einem kürzeren Vorausrechnungshorizont. So ist auch diesmal in den kommenden Wochen eine entsprechende Vorausrechnung für die Kreise und kreisfreien Städte im Land vorgesehen.

Ab 2020 weniger als 1 Million Schüler an allgemeinbildenden Schulen

An den allgemeinbildenden Schulen wurde das Maximum mit annähernd 1,308 Millionen Schülerinnen und Schülern bereits im Schuljahr 2003/04 erreicht. Im Schuljahr 2008/09 lag die Schülerzahl bei 1,254 Millionen. Hier ist bis 2030 ein Rückgang um 300 000 (24 Prozent) auf 954 000 zu erwarten. Der größte Teil des Rückgangs entfällt dabei auf den Zeitraum bis 2020. Ab dann rechnet das Statistische Landesamt mit weniger als 1 Million Schülerinnen und Schülern an den allgemeinbildenden Schulen.

2030 ein Fünftel weniger Grundschüler

Bei den Grundschulen führen die schwächer besetzten Geburtsjahrgänge zu einem stetigen Rückgang von 419 964 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2008/09 auf nur noch gut 346 000 Schülerinnen und Schüler bis zum Jahr 2020. Die weitere Entwicklung dürfte etwas gemäßigter erfolgen. Im Jahr 2030 läge der Grundschulbesuch dann mit knapp 335 000 Schülerinnen und Schülern um 20 Prozent unter dem Wert des Schuljahres 2008/09.

Rückgang der Schülerzahl an Werkrealschulen und Hauptschulen bis 2030 um 45 000

Einen ähnlichen zeitlichen Verlauf der Schülerzahlen erwartet das Statistische Landesamt auch an den (künftigen) Werkrealschulen und Hauptschulen im Land. Lediglich die Einführung der Werkrealschule in der neuen Form dürfte im Schuljahr 2012/13, in dem erstmals Schülerinnen und Schüler die 10. Klassenstufe der neuen Werkrealschule besuchen werden, zu einer einmaligen Unterbrechung dieser Entwicklung führen. Geht man davon aus, dass die Hälfte der Schülerinnen und Schüler von der 9. in die 10. Klassenstufe wechselt, dürfte 2012/13 die Schülerzahl der Werkrealschulen und Hauptschulen gegenüber dem vorherigen Schuljahr um rund 4 000 zunehmen. Im Vergleich zum Schuljahr 2008/09, als 162 631 Schülerinnen und Schüler gezählt wurden, würde die Schülerzahl bis 2030 dennoch um fast 28 Prozent auf rund 118 000 absinken.

Vorübergehend noch leichter Anstieg der Schülerzahlen an Realschulen

An den Realschulen dürfte im laufenden Schuljahr 2009/10 die Schülerzahl gegenüber dem Vorjahr noch leicht um gut 1 000 Schülerinnen und Schüler auf annähernd 248 000 ansteigen. Dieses Niveau könnte noch in den beiden folgenden Schuljahren gehalten werden, bis dann auch die Schülerzahl der Realschulen demografisch bedingt zurückgeht. Nach der vorliegenden Berechnung wäre sie 2030 mit knapp 194 000 um nahezu 22 Prozent niedriger als 2008/09 mit 246 656. Damit läge die Schülerzahl etwa in Höhe der Mitte der 1990er-Jahre erreichten Werte.

An Gymnasien besonders starker Rückgang

Auch an den Gymnasien liegt die Schülerzahl im laufenden Schuljahr wahrscheinlich knapp über dem Vorjahreswert von 343 421. Bis zum Schuljahr 2011/12 dürfte die Zahl der Gymnasiasten wieder geringfügig auf 337 000 absinken. Mit dem Ausscheiden des "doppelten" Abiturientenjahrgangs des letzten 9-jährigen und des ersten flächendeckenden 8-jährigen Gymnasialzugs im Sommer 2012 wird sich die Schülerzahl um einen kompletten Jahrgang auf etwas weniger als 306 000 verringern. Im Anschluss daran machen sich auch an den Gymnasien des Landes die geburtenschwachen Jahrgänge bemerkbar: Die Schülerzahl dürfte demzufolge bis 2030 auf rund 242 000 absinken. Das wären gut 29 Prozent weniger Schülerinnen und Schüler als im Schuljahr 2008/09, aber noch mehr als im Schuljahr 1992/93.

2030: Gut 30 Prozent weniger Schüler an den beruflichen Schulen

In Baden-Württemberg wuchsen die Schülerzahlen der beruflichen Schulen – einschließlich der Schulen für Berufe des Gesundheitswesens – seit dem Schuljahr 1995/96, in dem 354 902 Schülerinnen und Schüler gezählt wurden, bis zum Schuljahr 2008/09 auf 434 595 an. Im laufenden Schuljahr dürfte die Schülerzahl einen vergleichbaren Wert annehmen. Die demografische Entwicklung wird auch an den beruflichen Schulen im Land einen Rückgang der Schülerzahlen verursachen. Das Statistische Landesamt geht bis 2030 von einem Absinken um über 30 Prozent im Vergleich zum Schuljahr 2008/09 auf knapp unter 300 000 Schülerinnen und Schülern aus.


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