Bissige Auseinandersetzungen um die Unterrichtsversorgung
Angesichts der bevorstehenden Wahlen werden die schulpolitischen Attacken verbissener und giftiger. Da die Unterrichtsversorgung nicht zufriedenstellend ist, spricht die Opposition vom ´Bruch eines Wahlversprechens´, die verantwortlichen Regierungsparteien kontern mit dem Vorwurf bewusster Täuschung und einer Lügenkampagne.
29.05.2009 Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband stellt fest, dass die schwarz-gelbe Landesregierung über die Wiederbesetzung freiwerdender Lehrerstellen hinaus fast 7.000 Lehrerinnen und Lehrer in den zurückliegenden 4 Jahren neu eingestellt hat. Damit ist die Zusage, in der Legislaturperiode 4.000 neue Lehrkräfte einzustellen, bereits jetzt 100 %-ig eingelöst worden. Berücksichtigt man die ´echten´ Neueinstellungen und die trotz rückläufiger Schülerzahlen im System gehaltenen Stellen, so erreicht man eine Größenordnung von ca. 14.500 Lehrerstellen.
"Bei aller Einzelkritik an schulpolitischen Entscheidungen kommt man nicht umhin, auch im Vergleich mit allen anderen Bundesländern die nordrhein-westfälische Einstellungspolitik als vorbildlich zu bezeichnen. Anzuerkennen ist ebenso, dass Nordrhein-Westfalen mit nur zwei weiteren Bundesländern keinen Numerus Clausus für die Lehrerausbildung kennt und mit über 15.000 auszubildenden Lehrerinnen und Lehrern hier größte Anstrengungen unternimmt. Zudem darf man nicht verkennen, dass seit Jahren das Vertretungskontingent an Grundschulen recht beachtlich ist, das Erhalten kleiner Schulen sich sehr stellenintensiv auswirkt und Projekte wie die Ganztagsoffensive, der Ausbau des Englisch-Unterrichts in der Grundschule und die Ausweitung der Stundentafeln für Schülerinnen und Schüler ebenfalls zusätzliche Einstellungskontingente erforderlich machen", so Peter Silbernagel, Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Philologen-Verbandes.
Wenn auch die Zahlen für sich sprechen, so braucht nicht verschwiegen zu werden, dass selbst bei einer rechnerischen (!) Deckungsquote von über 100 % damit nicht alle Schulbedarfe erfüllt werden können. Daher müssen kontinuierlich weiterhin hohe Einstellungszahlen im Haushalt festgeschrieben werden, damit an jeder Schule eine auskömmliche Vertretungsreserve vorhanden ist.
Zu bedenken ist auch, dass die Bereitstellung von Lehrerstellen nicht gleichzusetzen ist mit der Besetzung von Lehrerstellen. Insofern trifft es zu, dass Unterrichtsausfall nach wie vor existiert und ein Ärgernis darstellt. In den nächsten Jahren wird die Herausforderung der fachspezifischen Lehrerversorgung eines der größten schulpolitischen Themen darstellen. Gleichermaßen müssen, will man die individuelle Förderung ernst nehmen, die Klassengrößen schnellstmöglich deutlich abgesenkt werden.
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