Bayern

BLLV: Bildung darf nicht an Wert verlieren

Mit Verärgerung und Unverständnis reagieren Bayerns Lehrkräfte auf die Entscheidung der Staatsregierung, an den Sparbeschlüssen trotz üppiger Steuermehreinnahmen festzuhalten. Zur Ader gelassen werden vor allem die Beamten - also auch etwa 100.000 Lehrkräfte. Der Doppelhaushalt 2011/12 sieht weitreichende Einschnitte wie eine erneute Nullrunde, die Verlängerung der so genannten Wiederbesetzungssperre, die Absenkung der Besoldung angehender Lehrkräfte sowie die Aussetzung leistungsbezogener Bezahlungselemente vor.

02.06.2011 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

"Das schreckt nicht nur ab und ist alles andere als eine Ermunterung, den Lehrerberuf zu ergreifen, es ist auch ein überaus kontraproduktives Signal, das die Politik aussendet. Bildung verliert so an Wert und an Wertschätzung", kritisierte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel. Zum Auftakt der 52.Landesdelegiertenversammlung des BLLV in Würzburg verabschiedeten heute Nachmittag über 500 Bildungsexperten einstimmig die Resolution mit dem Titel: "Steuereinnahmen sprudeln - weg mit der Nullrunde!"

Die Situation ist an vielen Schulen aufgrund des Personalmangels bei gleichzeitig steigenden Aufgaben sehr angespannt. "Das Festhalten an der Nullrunde wirkt wie ein Motivationshemmer. Viele Kolleginnen und Kollegen, die sich weit über ihr Pflichtmaß hinaus engagieren und auch gesundheitlich an ihre Grenzen gehen, um ihren Schülern trotz aller Widrigkeiten beste Lern- und Förderbedingungen zu verschaffen, fühlen sich ausgenutzt", machte Wenzel deutlich. Besonders hart treffe es die jungen Pädagogen: Ihr ohnehin spärliches Gehalt wird nun noch einmal um etwa 250 Euro gekürzt. Lust auf ein Lehramtsstudium macht das nicht."

In der Resolution fordert der BLLV die Bayerische Staatsregierung auf, die vom Bayerischen Landtag beschlossene Nullrunde für das Jahr 2011 sowie die weiteren Sparmaßnahmen umgehend zurückzunehmen. Wörtlich heißt es darin: "Angesichts der derzeit sprudelnden Steuereinnahmen gibt es keinen Grund mehr an den Sparbeschlüssen festzuhalten." Die veränderten Rahmenbedingungen seien Grund genug für den Dienstherren, Korrekturen vorzunehmen.

Die Nullrunde sei mit Blick auf die steigende Inflationsrate bei tatsächlicher Betrachtung eine Minusrunde. Ihr fehle jegliche Rechtfertigung. Wenzel appellierte an die Bayerische Staatsregierung, den wachsenden Unmut der Lehrerschaft nicht zu ignorieren. Auch bayerische Beamte hätten das Recht, am derzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung teilzuhaben.

In Übereinstimmung mit dem Bayerischen Beamtenbund (BBB) fordert der BLLV in der Resolution noch weitergehende Maßnahmen wie eine Einmalzahlung in Höhe von 750 Euro, um schnellstmöglich den im Jahr 2011 aufgelaufenen Besoldungsrückstand aufzuholen. Dazu eine lineare Erhöhung von 3,5 % der Bezüge ab dem 01.01.2012, mit der die Anhebungen im Tarifbereich auch für Beamte nachgezeichnet werden, sowie eine anschließende (Sockel-)Erhöhung von 17 Euro.

Die Resolution im Wortlaut ist im Internet unter www.bllv.de zu finden.


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