BLLV fordert tägliche Sportstunde für alle Schüler

Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Klaus Wenzel, hat die Vorschläge des Kultus- und Gesundheitsministeriums begrüßt, mit denen die Ernährungsgewohnheiten von Schülern verbessert werden sollen. An der heute vorgestellten Handreichung hat u. a. auch die Fachgruppe Ernährung und Gestaltung im BLLV mitgearbeitet und zahlreiche Impulse eingebracht. "Gleichzeitig muss aber auch etwas für die Bewegung der Kinder und Jugendlichen getan werden", forderte Wenzel. "An allen Schularten sollte die tägliche Sportstunde für alle Kinder und Jugendlichen zur Selbstverständlichkeit werden."

11.06.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Auf Unverständnis stößt beim BLLV, dass die dritte und vierte Sportstunde nur zu geringen Teilen angeboten werden kann, weil die Staatsregierung die dazu erforderlichen Mittel nicht bereitstellt. So wurde erst im Dezember 2006 ein Antrag der Opposition zur Erhöhung der Finanzmittel für den Schulsport um fünf Millionen Euro abgelehnt. Wenzel regte an, darüber nachzudenken, den derzeit nur an Hauptschulen angebotenen "Hauswirtschaftlich-sozialen Bereich" an allen anderen Schulen verbindlich einzuführen.

"Mit einem flächendeckenden und bedarfsorientierten Angebot rhythmisierter Ganztagsschulen könnte den Problemen am sinnvollsten begegnet werden", erklärte der BLLV-Präsident. "Wenn Kinder und Jugendliche zu viel sitzen und sich zu wenig bewegen, schaffen gerade Ganztagsschulen einen Ausgleich. Eines ihrer Markenzeichen liegt im Wechsel von Anspannung und Entspannung, wobei der Sport eine große Rolle spielt. "Derzeit sieht es leider so aus, dass zu viel Sportunterricht ausfällt - sehr zum Ärger der Lehrerinnen und Lehrer, denn sie wissen, wie wichtig es ist, dass sich Kinder und Jugendliche ausreichend bewegen." Sie wissen auch, dass immer mehr Schulkinder bereits bei der Einschulung zu dick sind und unter motorischen Störungen wie Haltungs- und Bewegungsschäden oder mangelnder motorischer Koordinationsfähigkeit leiden.

"Vor allem die Grundschule darf nicht zur ´Stillsitzschule´ verkommen, weil dies den natürlichen Bedürfnissen der Kinder in keiner Weise gerecht werden würde. Bewegungsübungen in jeder Form tragen dazu bei, Stress und Aggressionen abzubauen und die Konzentration in den ruhigen Phasen zu erhöhen." Ausgewogene Ernährung und Spaß an der Bewegung - beides ist nach Ansicht des BLLV unerlässlich für eine gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und sollte daher an allen Schulen selbstverständlich werden.

Die heute vorgestellte Handreichung basiert auf Empfehlungen - "sie sind für die Schulen nicht zwingend verbindlich", stellte Wenzel klar. Der BLLV hätte sich mehr verbindliche Standards gewünscht. Nach Ansicht des BLLV kann die Handreichung nur ein erster Schritt sein, denn zur dringend notwendigen Gesundheitserziehung an Schulen gehören auch das Freizeitverhalten, die Bewegungsund Konsumerziehung sowie die Mediennutzung. Wenzel: "Eine Ursache für die zunehmende Bewegungsunfähigkeit und -unwilligkeit von Kindern und Jugendlichen liegt auch im steigenden Medienkonsum. Viele Kinder verbringen den Tag auch in der Freizeit mit stundenlangem Sitzen."


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