bpv begrüßt Ganztagsangebote an allen Schularten, will G8-Reform aber vorher abschließen

Der Bayerische Philologenverband (bpv) hat die Ankündigung des CSU-Fraktions­vorsitzenden Joachim Herrmann begrüßt, mittelfristig Ganztagesangebote an allen Schul­arten zu schaffen. "Dieser Schritt ist notwendig. Er reagiert auf die veränderte Welt, in der unsere Schülerinnen und Schüler heute aufwachsen", konstatierte der bpv-Vorsitzende Max Schmidt den Richtungswechsel.

05.06.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

Gleichwohl erinnerte Max Schmidt daran, dass die G8-Reform einen Ganztagsbetrieb, wenngleich auch nur an einigen Nachmittagen, bisher ausschließlich am Gymnasium erforderlich mache. Diese Umstellung sei immer noch nicht abgeschlossen. "Uns wäre es lieber, erst einmal eine Baustelle zu beenden als an drei weiteren neu anzufangen". Nach wie vor fehle es vielen Gymnasien an pädagogischen Hilfskräften für Hausaufgaben- und Mittagsbetreuungen, angepassten Busfahrplänen sowie den räumlichen Voraussetzungen für einen Ganztagsbetrieb, erklärte der Verbandsvorsitzende: "Eine Mensa allein macht noch keine Ganztagsschule. Viele Gymnasien sind überbelegt und platzen schon im Halbtagsbetrieb aus allen Nähten."

Anders als Herrmann plädiert der bpv auch dafür, echte Ganztagesschulen nur bedarfsorientiert, nicht aber flächendeckend einzuführen. "Ganztagesschulen sind etwa 30 Prozent teurer als Halbtagesschulen", erläuterte Schmidt. "Man sollte sie deshalb nur dort einführen, wo auch wirklich ein Bedarf besteht."


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