bpv-Vorsitzender Max Schmidt: "Bundeseinheitliches Zentralabitur kaum sinnvoll und praktikabel"

Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes Max Schmidt hat sich skeptisch gegenüber Forderungen nach einem bundeseinheitlichen Zentralabitur geäußert. Im Hinblick auf die Gerechtigkeitsdiskussion bei der Vergabe von Studienplätzen könne er diese Diskussion zwar bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Da die Lehrpläne der einzelnen Bundesländer aber unterschiedliche Schwerpunkte setzen, "wäre eine Verständigung über einheitliche Abiturprüfungen daher wohl allenfalls auf dem Wege des Kompromisses und damit des kleinsten gemeinsamen Nenners möglich. Dem Wert des Abiturs wäre es aber nicht zuträglich, wenn das Niveau sinken würde", sagte der bpv-Vorsitzende heute in München.

10.08.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

Ein weiteres Problem sieht Schmidt bei der praktischen Umsetzung der Forderung: "Ein bundeseinheitliches Abitur setzt Abiturprüfungen zum selben Zeitpunkt in jedem Bundesland voraus. Das erfordert deutschlandweit einheitliche Ferientermine. Aus Verkehrs- und Tourismusgründen ist das aber nicht machbar", so Schmidt weiter.

Als Alternative befürwortet Schmidt die Konkretisierung der KMK-Vereinbarungen über die "Einheitlichen Prüfungsanforderungen für das Abitur" (EPA). Mit der Präzisierung der dort formulierten Bildungsstandards und dem mittlerweile in den meisten Bundesländern beschlossenen Landes-Zentralabitur sei für die Qualität und die Vergleichbarkeit des gymnasialen Bildungsabschlusses schon viel gewonnen. "Darüber hinausgehende Überlegungen sind da eigentlich überflüssig", sagte Schmidt abschließend.


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