bpv-Vorsitzender Schmidt verwahrt sich scharf gegen jüngste Unterstellungen des BLLV-Vorsitzenden

"Als infame und empörende Unterstellung" hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes eine Aussage des Chefs des Grund- und Hauptschullehrerverbandes scharf zurückgewiesen. BLLV-Vorsitzender Wenzel hatte in Bezug auf ausländische Kinder an Realschulen und Gymnasien in einer Presseerklärung seines Verbandes heute geäußert: "Es entsteht der Eindruck, dass sie dort gar nicht erwünscht sind."

20.11.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)

"Die haltlosen Anschuldigungen und Behauptungen der neuen BLLV-Führung gegen die Realschulen und Gymnasien lassen inzwischen jeden Anstand und jedes vernünftige Maß vermissen. Man muss sich inzwischen wirklich fragen, ob der BLLV in der politischen Debatte um Verbesserungen in unserem Bildungssystem noch ernst zu nehmen ist", sagte Schmidt.

Auch von der Sache her liege der BLLV mit solchen Behauptungen voll daneben. Der bpv-Vorsitzende verwies auf Feststellungen im letzten Band zur PISA-Studie. Danach sprechen etwa die wissenschaftlichen Daten "dagegen, dass (...) der geringere Schulerfolg von türkischen Schülerinnen und Schülern auf Diskriminierungseffekte zurückzuführen sei." Die PISA-Wissenschaftler stellen überdies eindeutig fest, dass die Chancen auf den Besuch weiterführender Schulen bei Jugendlichen türkischer Herkunft ganz entscheidend von den erbrachten Leseleistungen abhängen. Bei gleichen kognitiven Voraussetzungen und gleichen Leseleistungen seien die Chancen türkischstämmiger Jugendlicher auf den Besuch von Realschule und Gymnasium so groß wie bei deutschstämmigen Jugendlichen, so die PISA-Forscher.

Schmidt rief die neue Führung des Grund- und Hauptschullehrerverbandes abschließend dazu auf, ihre bildungspolitischen Behauptungen und Forderungen zukünftig auf den Boden solider wissenschaftlicher Erkenntnisse zu stellen anstatt sich von Ideologie und Aversionen gegen andere Schularten und deren Lehrerschaft forttragen zu lassen.


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