Bundeselternrat erfreut über Fortschritte bei IGLU und PISA / Defizite bei Bildungschancen aber nicht hinnehmbar

Der Bundeselternrat ist über die Fortschritte der Grundschüler in Deutschland beim IGLU-Test 2006 erfreut. Hier zeigen sich positive Ergebnisse der Anstrengungen aller an Schule Beteiligten. Schüler, Lehrer und Eltern haben gemeinsamen erreicht, dass deutsche Schüler international mithalten können. Gerade durch einen weiteren Ausbau der vorschulischen Bildung muss die Basis für den weiteren Lernerfolg noch verbessert und damit ein Mehr an Bildungsgerechtigkeit ermöglicht werden.

07.12.2007 Pressemeldung Bundeselternrat

Das Ergebnis der naturwissenschaftlichen Leistungen im PISA-Test ist zwar positiv, aber noch kein Grund zur Entspannung. Vor allem die Steigerung der Grundkompetenzen in Deutsch und Mathematik müssen weiter im Mittelpunkt der Anstrengungen stehen. Nicht nur das Wissen,sondern die Möglichkeiten der Anwendung des Erlernten muss den SchülerInnen vermittelt werden.

Nicht hinnehmbar ist aber der nach wie vor bestehende eklatante Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und der Verwirklichung von Bildungschancen. Der Bundeselternrat hat bereits mehrfach angemahnt, bei steigender Kinderarmut die Problematik nicht nur auf Kinder mit Migrationshintergrund zu beschränken. Die schlechtesten PISA-Ergebnisse sind gerade in den Bundesländern zu finden, in denen die Arbeitslosen- und Sozialhilfequote hoch sind. Dort ist auch die Kinderarmut am höchsten. Die bestehenden gesellschaftlichen Unterschiede werden in Schule zementiert, gesellschaftliche Ungleichheit wird weiterhin in Bildungsungleichheit umgesetzt. Dem muss dringend entgegen gesteuert werden.

Eine ergebnisoffene und nicht ideologisch überfrachtete Diskussion über die Verbesserung und Änderung der derzeit vorhandenen Strukturen von Schule zum Wohle der benachteiligten Kinder ist dabei ebenso erforderlich, wie die Bekämpfung der stetig steigenden Kinderarmut in Deutschland durch eine gezielte und koordinierte Sozial-, Familien- und Bildungspolitik.

Wie die letzten OECD-Berichte ergeben haben, reicht die vorhandene Verteilung finanzieller Mittel allein nicht. Neben direkten Transferleistungen sind zielgerichtete und zielführende indirekte Leistungen notwendig, wie die Übernahme der Schülerbeförderungskosten, freie Krippenplätze, Schulbuchfreiheit, Schulessen und anderes mehr. Diese verbessern unmittelbar, effektiv und nachhaltig die Bildungschancen bildungsbenachteiligter Kinder.

Ansprechpartner

Bundeselternrat

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