Bundeselternrat fordert verstärktes Engagement für Gewaltprävention
Die diesjährige Herbstplenartagung des Bundeselternrates vom 21. bis zum 23. November 2014 in Potsdam stand unter der Überschrift "Umgang miteinander – Gewaltprävention".
26.11.2014 Pressemeldung BundeselternratIn Fachvorträgen befassten sich die Elternvertreter aus den 16 Bundesländern mit den verschiedenen Formen von Gewalt, denen Kinder und Jugendliche ausgesetzt sein können und informierten sich über Maßnahmen zur Gewaltprävention und zum Konfliktmanagement.
Der Einstieg in die Thematik erfolgte mit einem Vortrag zur aktuellen Lage an deutschen Schulen zum Thema Gewalt. Die Delegierten erhielten so einen umfassenden Einblick in die Vielschichtigkeit des Problems.
In seinem Beitrag zum Thema sexualisierte Gewalt zeigte der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Johannes-Wilhelm Rörig auf, wie wichtig die Etablierung von Schutzkonzepten in Institutionen ist und wies auf die Notwendigkeit hin, Eltern und Fachkräfte für dieses Thema zu sensibilisieren, um diese Schutzkonzepte aktiv einzufordern.
Im Anschluss daran stellten zwei als Streitschlichter ausgebildete Schülerinnen des Landesschülerrats Sachsen in einem Rollenspiel anschaulich die verschiedenen Phasen eines Streitschlichtungsgesprächs zwischen zwei Schülern vor. Die Mischung aus Information und gekonnter Darstellung fand großen Anklang unter den Delegierten.
Abschließend gaben zwei Referenten aus Thüringen anhand vieler Praxisbeispiele einen Einblick in die Möglichkeiten der Gewaltprävention durch die landesweite Zusammenarbeit von Schule und Justiz.
Gewaltpräventionsprogramme in Schulen erweisen sich als wirksames Instrument, wenn sie frühzeitig und konsequent angewendet werden. Diese sind aber nicht in allen Schulen verankert, stellten die Delegierten der Länder fest. Darüber hinaus fehlt es an einer effektiven Kooperation zwischen Schulen, Jugendämtern und anderen staatlichen Institutionen wie Polizei und Justiz.
Resolution des Bundeselternrats
Neuwahl des Vorstands
Da auf der Frühjahrsplenartagung das Amt des Vorsitzenden nicht besetzt werden konnte, standen bei der Tagung erneut Wahlen für den Vorstand an. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende Michael Töpler aus Nordrhein-Westfalen wurde zum Vorsitzenden gewählt, der dadurch freigewordene Posten des stellvertretenden Vorsitzenden wird künftig durch Wolfgang Pabel aus Niedersachsen begleitet. Im Vordergrund des jetzt wieder komplettierten Vorstandes steht die inhaltliche Arbeit als Dachorganisation der Landeselternvertretungen. Dazu sagten Michael Töpler und Wolfgang Pabel: "Gemeinsam mit unseren Partnern im Bildungssystem können wir viel bewegen. Gerade auf der Bundesebene müssen Eltern ihre Stimme im Interesse aller Kinder erheben. Im Zentrum der zukünftigen Arbeit steht dabei das Selbstverständnis der Eltern in der Zusammenarbeit mit der Schule und die grundlegende Frage nach der Qualität der Bildung im gesamten Schulsystem!"
Die drängende Klärung der offenen Frage einer verlässlichen Finanzierung als Grundlage für eine qualifizierte Weiterarbeit des Bundeselternrates wird vom Vorstand intensiv verfolgt. In der Diskussion um mögliche Finanzierungsvarianten sind zurzeit vielversprechende Ansätze erkennbar.
Über den Bundeselternrat
Der Bundeselternrat ist die Dachorganisation der Landeselternvertretungen in Deutschland. Über seine Mitglieder vertritt er die Eltern von rd. 8 Millionen Kindern und Jugendlichen an allgemeinbildenden und an berufsbildenden Schulen.Der Vorstand des Bundeselternrates arbeitet ehrenamtlich.
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