Bundesweit einmaliges Projekt "Kompetenzanalyse Profil AC an Schulen" flächendeckend eingeführt
"Die Kompetenzanalyse ist ein wichtiges Instrument für unsere Haupt- und Werkrealschulen um die überfachlichen Fähigkeiten und Talente der Schülerinnen und Schüler klar aufzuzeigen. Mit diesem modernen onlinebasierten Verfahren gelingt es uns, über individuelle und systematische Förderpläne sowie eine gezielte Berufsorientierung die Ausbildungsreife der Jugendlichen weiter zu stärken", sagte Kultusministerin Marion Schick anlässlich der bundesweiten Fachtagung "Kompetenzen entdecken und entwickeln" am Mittwoch (8. Dezember) in Stuttgart.
08.12.2010 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergDie "Kompetenzanalyse Profil AC an Schulen" versteht sich als ein Assessment Center (AC) zur Förderung von Kompetenzen und ist ein bundesweit einmaliges Projekt. Vor Tagungsteilnehmern aus ganz Deutschland wurden nach dreijähriger Erprobungs- und Weiterentwicklungszeit die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes präsentiert. Auf der Grundlage eines zuvor an beruflichen Schulen eingesetzten Verfahrens wurde die Kompetenzanalyse zu diesem Schuljahr in allen siebten Klassen der Haupt- und Werkrealschulen sowie der Sonderschulen mit Bildungsgang Haupt-/Werkrealschule beziehungsweise Förderschulen flächendeckend eingeführt. Die Kompetenzanalyse in ihrer weiterentwickelten Form wird darüber hinaus auch an den beruflichen Schulen im Berufseinstiegsjahr, Berufsvorbereitungsjahr und im Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf eingesetzt. Das Verfahren, das den Schulen online zur Verfügung gestellt wird, unterstützt die Berufsorientierung und Berufvorbereitung. Anhand von Verhaltensbeobachtungen, Arbeits- und Testergebnissen sowie einem Abgleich von Selbst- und Fremdeinschätzung werden die erforderlichen überfachlichen Potentiale, die für die Ausbildungsreife relevant sind, ermittelt. Die Kompetenzen der Jugendlichen werden dabei aus insgesamt fünf Bereichen in einem Kompetenzprofil sichtbar gemacht.
Für die flächendeckende Einführung des Modellprojekts wurden im Zeitraum April 2008 bis Juli 2010 rund 6.000 Lehrkräfte in mehrtägigen Schulungen für die Durchführung des Verfahrens geschult.
Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, im Rahmen der zentralen Förderung des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg sowie aus Mitteln der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. Es wird vom Land Baden-Württemberg kofinanziert und durch ein im Kultusministerium angesiedeltes schulartübergreifendes Projektbüro koordiniert. Seit September 2008 unterstützen Verfahrensexperten sowie Multiplikatoren die Schulen und wirken an der Weiterentwicklung mit.
Das Verfahren wurde vom Christlichen Jugenddorf (CJD) Offenburg weiterentwickelt und von MTO - Psychologische Forschung und Beratung GmbH Tübingen wissenschaftlich begleitet. Zur Weiterentwicklung des Verfahrens wurden unter anderem die Daten aus Fragebögen von ca. 4.500 Lehrkräfte und 8.000 Schülerinnen und Schüler ausgewertet.
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