Busemann: "Neue Hauptschule braucht Zeit"
"Die Grundschulen in Niedersachsen haben beim Übergang auf die weiterführenden Schulen der derzeitigen 5. Jahrgänge für 26,6 % der Kinder die Hauptschule, für 36,4 % die Realschule und für 36,9 % das Gymnasium empfohlen. Das Anmeldeverhalten der Eltern ergab am Statistikstichtag 08.09.2005 einen Anteil von 16,5 % für die Hauptschulen, von 36,5 % für die Realschulen, 41,9 % für die Gymnasien und 5,6 % für Integrierte Gesamtschulen", teilte der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute (10.11.2005) in Hannover mit.
10.11.2005 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches KultusministeriumBusemann verwies darauf, dass in diesen Zahlen mögliche Umorientierungen der Eltern nach dem Stichtag nicht erfasst seien. Im Februar habe die Quote der Schulwechsler von einem Gymnasium zu einer Realschule 1,1 % und von einer Realschule an eine Hauptschule 2,8 % betragen. "Diese Anteile sind den jeweiligen Schulformen noch hinzuzurechen", machte Busemann deutlich.
"Die Regelung zur Querversetzung durch die Klassenkonferenzen greift erst am Ende der 6. Klasse. Aber wenn es den Schulen gelingt, die Schülerinnen und Schüler so zu fördern, dass sie auch in einer gegen die Empfehlung gewählten Schulform zurecht kommen und wir die Bildungsbeteiligung und Zahl der höherwertigen Abschlüsse steigern können, ist dies ein großer Erfolg unserer Schulpolitik", stellte Busemann fest.
Die Folgen der 30-jährigen, meist ideologisch geführten Auseinandersetzung um die Schulstruktur, in der die Hauptschulen systematisch schlecht geredet und stiefmütterlich behandelt wurden, seien nicht in einem Jahr zu überwinden. "Wir müssen der neuen Hauptschule mit Betriebs- und Praxistagen, gestärkten Kernfächern und sozialpädagogischer Begleitung den Schülerinnen und Schülern Zeit geben, sich wieder im Bewusstsein der Eltern als die berufsorientierende Schulform zu verankern", betonte Busemann.
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