Chemische Industrie engagiert sich für frühe Bildung

Noch stärker als bisher sollen künftig Grundschülerinnen und Grundschüler im Land an naturwissenschaftliches Denken herangeführt werden, die oft alltäglichen Auswirkungen von Naturgesetzen kennen lernen und möglichst häufig durch eigenes Handeln auch überprüfen. "Dies möglichst frühzeitig in kindlichen Bildungsprozessen zu verankern, ist ein wichtiges Anliegen der Bildungspolitik des Landes. Daher greifen nicht nur die Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten dieses Thema auf, sondern haben wir jetzt auch die Rahmenvorgaben für den Sachunterricht in den Grundschulen auf eine neue Basis gestellt", unterstrich Bildungsministerin Doris Ahnen heute auf der Fachtagung "Naturwissenschaftliches Lernen in der Grundschule" in Mainz.

11.09.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Die Tagung hat das Bildungsministerium unterstützt von den Chemieverbänden Rheinland-Pfalz vor allem für Lehrkräfte, Fachleute aus der Lehreraus- und Lehrerweiterbildung, Schulberaterinnen und Schulberater sowie Vertreterinnen und Vertretern interessierter außerschulischer Institutionen ausgerichtet.

Der zu diesem Schuljahr in Kraft getretene neue "Teilrahmenplan Sachunterricht" solle Kindern neue Wege eröffnen, um sich verstärkt mit Phänomenen der belebten und unbelebten Natur auseinanderzusetzen. Die Bildungsministerin unterstrich, dies gelinge am besten, wenn den Kindern Gelegenheit gegeben werde, eigene Erfahrungen und erlerntes Wissen durch Experimente zu überprüfen und dabei zu selbst erarbeiteten neuen Erkenntnissen zu kommen. Der Rahmenplan gliedere die sehr komplexen Lern- und Erfahrungswelten der Kinder klar auf und zeige zugleich Wege zur Vernetzung der einzelnen Bereiche im Sachunterricht. Er schaffe so beste Voraussetzungen, die grundsätzlich vorhandene Neugier von Kindern für die naturwissenschaftliche Grundbildung zu nutzen. 86 Prozent aller Grundschulkinder in Deutschland seien nach Erkenntnissen aus der IGLU-Studie sehr stark an naturwissenschaftlichen Themen interessiert. Mit dem neuen Teilrahmenplan werde dieses Interesse aufgegriffen. So erhalte beispielsweise das Lernen durch selbstständiges Experimentieren einen neuen Stellenwert. "Die Erfahrung zeigt, so macht Kindern Lernen nicht nur mehr Spaß, so wird Gelerntes auch besser behalten", sagte Doris Ahnen.

Dabei könne dieser Schritt zum Ausbau der Qualitätsentwicklung von Grundschulen auf einem guten Fundament aufbauen, betonte die Ministerin. So seien nicht nur seit 2005 in dem bundesweiten Modellversuch SINUS (Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts) an zehn Grundschulen im Land erfolgreich basis- und praxisnahe neue Wege im naturwissenschaftlichen Unterricht entwickelt worden. Im kommenden Jahr würden zehn weitere Grundschulen in den Modellversuch einbezogen. Auch ein "Leuchtturm-Projekt" von Boehringer Ingelheim gemeinsam mit Grundschulen der Region habe der naturwissenschaftlichen Bildung in der Primarstufe neue Impulse verliehen

. Insbesondere aber sei es gelungen, durch Kooperationen mit der Telekom-Stiftung, mit dem NaT-Lab-Schülerlabor der Universität Mainz und vor allem durch ein Großprojekt von Bildungs- und Wissenschaftsministerium mit dem Ludwigshafener Chemiekonzern BASF für alle 990 Grundschulen und 141 Förderschulen im Land pädagogisch ausgereifte "Experimentierkästen" zur Verfügung zu stellen. Parallel zu dieser flächendeckenden Ausstattung würden Grundschullehrerinnen und -lehrern dezentrale, gezielte Fortbildungen angeboten. Kooperationen mit außerschulischen Partnern seien wertvolle Ergänzungen zur Unterstützung der Qualitätsentwicklung des naturwissenschaftlichen Unterrichts gerade in der Grundschule. "Dass der Kreis der Kooperationspartner im Grundschulbereich jetzt durch die Chemieverbände Rheinland-Pfalz erweitert werden konnte, freut mich besonders", unterstrich Doris Ahnen.

Die Chemieverbände Rheinland-Pfalz engagierten sich bereits seit längerem in der naturwissenschaftlichen Bildung, bislang insbesondere in den weiterführenden Schulen, hielt Dr. Christine von Landenberg, bei den Chemieverbänden für den Bereich Schule und Hochschule verantwortlich, fest: "Wir haben ein ureigenstes Interesse an einem guten naturwissenschaftlichen Unterricht , weil die Unternehmen der chemischen Industrie einen kontinuierlichen Bedarf an engagierten Nachwuchskräften für die naturwissenschaftlich-technischen Berufe haben. Wir haben bereits heute Schwierigkeiten, diesen Bedarf immer zu decken." Um für Naturwissenschaften zu begeistern, böten die Chemieverbände einen breiten Fächer an Aktionen für Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler an wie Lehrerwochenendseminare, Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher oder Ferienakademien für Schülerinnen und Schüler. Zudem hätten die Chemieverbände Rheinland-Pfalz beispielsweise im Dezember 2004 gemeinsam mit der BASF Aktiengesellschaft das Buch "Arbeitsgemeinschaften Naturwissenschaften und Technik" herausgegeben, das eine Sammlung von rund 200 Schülerexperimenten enthalte und heute bereits in der dritten Auflage erscheine. Mit diesen Aktivitäten wollten die Chemieverbände auch dazu beitragen, das Wissen über Chemie in der Bevölkerung zu verbessern – direkt bei den Schülerinnen und Schülern sowie indirekt bei deren Eltern. "Dass dieses Engagement jetzt auf die Grundschulen erweitert wird, ist angesichts des gewachsenen Stellenwertes früher Bildung nur folgerichtig", sagte Christine von Landenberg.


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