Saarland

Commerçon: Entlastung der Grundschulen macht Fortschritte - Ziele des Koalitionsvertrags umgesetzt

Bildungsminister Ulrich Commerçon hat angesichts der Kundgebung saarländischer Grundschullehrkräfte in Saarbrücken die Notwendigkeit der Entlastung von Schulleitungen an Grundschulen betont. "Wir haben weniger ein Problem mit überfüllten Klassen und Personalmangel. Sehr wohl sehe ich die mit der Funktion der Schulleitung verbundene Belastung. Hier suchen wir derzeit nach Entlastungsmöglichkeiten."

10.06.2015 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Der Minister verwies darauf, dass die durchschnittliche Klassengröße an den Grundschulen bundesweit 21 Schülerinnen und Schüler beträgt. "Das Saarland liegt mit 20,7 Schülerinnen und Schüler pro Klasse noch leicht unter dem Durchschnitt. Von den 1.418 Klassen an den öffentlichen Grundschulen hatten zu Beginn des Schuljahres lediglich knapp 5 Prozent mehr als 25 Schülerinnen und Schüler, während rd. 32 Prozent der Klassen teilweise deutlich weniger als 20 Schülerinnen und Schüler aufweisen."

Bei der Umsetzung des im Koalitionsvertrag festgehaltenen Ziels der Verbesserung der Schüler-Lehrer-Relation sieht Commerçon deutliche Fortschritte: "Mit der erfolgten Änderung der Klassenbildungsverordnung können die Grundschulen zusätzliche Klassen einrichten, wenn es im Jahrgang durchschnittlich mindestens 20 Kinder pro Klasse gibt. Bislang konnten zuvor aus 80 Kindern nur drei Klassen mit 26 bis 27 Kindern pro Klasse gebildet werden. Jetzt ist es möglich, vier Klassen mit jeweils 20 Kindern zu bilden. Dies stellt eine deutliche Verbesserung dar."

Lehrkräftereserve aufgestockt

Darüber hinaus werden den Grundschulen mit Klassenstufen mit mehr als 23 Schülerinnen und Schülern seit dem Schuljahr 2013/2014 zusätzliche Stunden zur Verbesserung der Schüler-Lehrer-Relation zugewiesen. Dabei gilt eine Staffelung mit bis zu 10 Wochenstunden pro Jahrgang. Zur Gewährleistung der Unterrichtsversorgung wurde die mobile Lehrkräftereserve an den Grundschulen deutlich aufgestockt, mit der vorwiegend längerfristig erkrankte Lehrkräfte vertreten werden sollen. Die Lehrkräftereserve wurde von 122 Stellen im Schuljahr 2012/2013 auf derzeit bis zu 180 Stellen ausgeweitet. Über die bestehende Lehrerinnen- und Lehrerreserve hinaus kann seit dem 1.01.2013 für jede Lehrkraft mit einer Elternzeit von mehr als sechs Monaten eine Ersatzkraft eingestellt werden.

Zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention wurden den Grundschulen mit Beginn des Schuljahres 2014/2015 120 Stellen für Lehrkräfte aus dem Förderschulbereich zugewiesen. Während den Schulen vor dem Start der Inklusion lediglich ein pädagogischer Tag zur Verfügung stand, sind nun drei pädagogische Tage möglich. Zur Erstellung des Schulkonzeptes erhalten die Schulen zudem zwei bis vier Anrechnungsstunden.

Kooperationsjahr: Übergänge verbessern

Eine zusätzliche Entlastung ergibt sich durch die verbesserte Gestaltung des Übergangs der Kinder von der Kita zur Grundschule. Im kommenden Schuljahr werden rd. 85 Prozent der Grundschulen und rd. 78 Prozent aller Kitas am Kooperationsjahr teilnehmen. "Wir kommen damit unserem Ziel, das Kooperationsjahr flächendeckend anzubieten, bereits sehr nahe. Es ist ein gelungenes Projekt, das es den Schulen ermöglicht, Entwicklungspotentiale und –bedürfnisse der Kinder frühzeitig zu erkennen, um gezielte Angebote machen zu können, was wiederum auf Dauer zur Entlastung des Schulalltags beiträgt", so Commerçon.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden