"Das achtjährige Gymnasium hat sich bewährt"

Das Bayerische Kultusministerium zieht eine positive Bilanz zur Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8). Sichtbarer Ausweis dieser Entwicklung sind steigende Übertrittszahlen und die rückläufige Quote der Wiederholer. Das Ministerium hat weite Teile der Kritik der Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern e.V. (LEV) am achtjährigen Gymnasium zurückgewiesen. "Das achtjährige Gymnasium hat sich bewährt", unterstrich Kultusminister Siegfried Schneider mit Blick auf die ersten vier Jahre. Einig ist das Ministerium mit dem Bayerischen Philologenverband: Die Qualität des Abiturs muss erhalten bleiben.

29.03.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Im Schuljahr 2005/2006 sind 35,6 Prozent der Schüler eines Jahrgangs zum G8 übergetreten, 2003/2004 waren es nur 32,9 Prozent.
Die Quote der Wiederholer in der Jahrgangsstufe 5 des G8 lag im Schuljahr 2004/2005 bei knapp 1,5 Prozent. Sie machte beim letzten regulären Jahrgang 2003/2004 des G9 noch 2,1 Prozent aus. Auch die Anzahl der Wiederholer im jeweiligen Jahr, in dem die Schüler die zweite Fremdsprache hinzubekamen, sank von 7,1 Prozent in den 7. Klassen des G9 im Schuljahr 2003/2004 auf 5,1 Prozent in der sechsten Jahrgangsstufe des G8 im Schuljahr 2004/2005. Entscheidend zum Lernerfolg tragen, so die Erkenntnisse des Kultusministeriums, die Intensivierungsstunden am G8 bei.
Der bayerische Lehrplan für das achtjährige Gymnasium überzieht - im Vergleich zu dem in anderen deutschen Ländern - in seinen Leistungsanforderungen keineswegs. Auch in allen anderen Ländern wird die 2. Fremdsprache ab der 6. Jahrgangsstufe erlernt. "Es darf in Bayern auch angesichts der internationalen Konkurrenz für die künftigen Absolventen kein Abitur light geben", trat Minister Schneider Erwartungen entgegen, dass die Qualität des Abiturs im Freistaat gesenkt werden. Darin ist sich das Ministerium mit dem Bayerischen Philologenverband einig.

Erfahrungen mit den Lehrplänen werden ausgewertet

"Ich habe eine Auswertung der Erfahrungen mit dem Lehrplan in Auftrag gegeben", so Kultusminister Siegfried Schneider.

Schwierigkeiten ergeben sich für Schüler allerdings punktuell durch den Nachmittagsunterricht und die damit einhergehende Zeit, um den Unterrichtsstoff vor- oder nachzubereiten. Hier geht es aus der Sicht des Kultusministeriums vor allem darum, den Umfang der Hausaufgaben zwischen den Lehrkräften optimal abzustimmen. Dieser Gesichtspunkt wurde in der neuen Gymnasialen Schulordnung verankert.
Bei der Anzahl der Wochenstunden liegt Bayern auf einem vergleichbaren Niveau zu den anderen Ländern. Am bayerischen Gymnasium gibt es darunter sogar 14 Intensivierungsstunden, in denen die Klasse jeweils geteilt wird. "Dieses Förderangebot gibt es in diesem Umfang und dieser Ausstattung in keinem anderen Land", unterstrich Minister Schneider.

Auch bei den Lehrbüchern wird das Ministerium noch stärker darauf achten, dass das Grundwissen entsprechend dem Lehrplan klar und unmissverständlich von zusätzlichen Inhalten abgegrenzt ist.

Hilfen für "gefährdete Schüler" ausgeweitet

Für die "gefährdeten Schüler" an der Nahtstelle zwischen neunjährigem und achtjährigem Gymnasium, konkret der 9. Klasse des G9, stellt das Kultusministerium zusätzliche Fördermaßnahmen zur Verfügung. So werden den Schulen ab Ostern bis zu sechs Stunden pro Woche zusätzlich für Unterstützungsangebote genehmigt.
"Auch wenn wir im Einzelfall nicht immer nur gute Erfahrungen sammeln konnten, ist die Einführung des G8 gelungen", so Minister Schneider.


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