"Das Ende des Schultrojaners" – eine gute Nachricht!
Als vernünftig und angesichts der rechtlichen Sachlage unvermeidbar hat der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, die gemeinsame Entscheidung von Schulbuchverlagen und Kultusministerkonferenz begrüßt, auf den Einsatz einer so genannten Plagiatssoftware ("Schultrojaner") zum Aufspüren unerlaubter digitaler Kopien auf Schulrechnern zu verzichten. Er führte dieses Einlenken auf die vehementen Proteste an den Schulen, die Kritik von Datenschützern und des Bundesjustizministeriums sowie nicht zuletzt den Einsatz seines Verbandes zurück.
07.05.2012 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)"Die Vernunft hat sich letztendlich durchgesetzt. Es ist wohl jedem der Beteiligten bewusst geworden, dass die Entwicklung und der Einsatz einer solchen Software, die den datenschutzrechtlichen Anforderungen genügt, nicht möglich ist. Zudem steht es gerade den Schulministerien als fürsorgepflichtige Dienstherrn der Lehrkräfte schlecht an, diese unter Generalverdacht zu stellen", betonte der Verbandschef. Als begrüßenswert bezeichnete Meidinger auch die Tatsache, dass auf untaugliche und problematische Ersatzlösungen wie etwa pauschale Verpflichtungserklärungen von Schulleitungen verzichtet wird.
Als allerdings wichtigstes und wirklich zukunftsweisendes Ergebnis der Verhandlungen zwischen Bildungsmedien und KMK bezeichnete der DPhV-Vorsitzende die Ankündigung, dass nunmehr von Rechteinhabern und Schulministerien in Verhandlungen eingetreten werde über die Nutzung digitaler Kopien von an Schulen beschafften Lehrbüchern.
"Wichtiger fast noch als die Einräumung von Rechten zu analogen Kopien ist für die Erstellung moderner Unterrichtsmaterialien und Arbeitsblätter durch Lehrkräfte die digitale Nutzung von Lehrbuchteilen, beispielsweise von Tabellen, Quellentexten und Schaubildern. Der Computer ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil eines auf moderne Medien gestützten Schulbetriebs!", erklärte Meidinger.
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