Lehrerverband

Das Übertrittsverfahren kann nicht besser werden

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) hält nichts von der Online -Abfrage zum neuen Übertrittsverfahren. Kultusminister Spaenle hatte sie im Mai unter Elternbeiratsvorsitzenden ausgewählter Grundschulen durchgeführt. Sie sollten ihre Erfahrungen rückmelden. Die Ergebnisse wurden heute präsentiert.

11.06.2010 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

BLLV -Präsident Klaus Wenzel: "Junge Menschen müssen sich heute darauf einlassen, ihr Leben lang zu lernen. Das erfordert der moderne Arbeitsmarkt. Lernen sollte daher als etwas Angenehmes empfunden werden. Wir brauchen also Schulen, in denen die Kinder von Anfang an erkennen können, dass es um sie geht. Sie sollten sich in solchen Schulen entfalten dürfen und vor allem, individuelle Lernprozesse ohne Angst, Druck und Hektik durchlaufen können. Eine nur vierjährige Grundschule, in der alles auf den erfolgreichen Übertritt auf ein Gymnasium hinausläuft, konterkariert diesen Ansatz. Egal, welche Schraube am Übertrittsverfahren gedreht wird, es wird dadurch nicht besser. Das Grundübel ist und bleibt die Verteilung der Kinder nach der vierten Jahrgangsstufe."

Das Übertrittsprozedere bezeichnete Wenzel als grotesk: "Es nimmt immer seltsamere Formen an. Mit der Online -Abfrage wurde nun auch noch die Akzeptanz der Beteiligten gemessen und gewogen." Das habe bei vielen Eltern und Lehrern Kopfschütteln ausgelöst. "Angesichts der massiven Probleme muten solche Verfahren eher zynisch an. Die Quälerei, der Kinder, Eltern und Lehrer über viele Monate ausgesetzt sind, wird dadurch jedenfalls nicht beendet."

Die Online-Abfrage zeige erneut, dass es bei den Reformen nicht um das Wohl der Kinder geht, sondern immer wieder darum, ein unpädagogisches, überholtes und kontraproduktives Schulsystem zu rechtfertigen und aufrecht zu erhalten." Lehrer/innen hätten kein Erkenntnisproblem, sondern den dringenden Wunsch nach kinderfreundlichen und zukunftsweisenden Verbesserungen. Ein System, unter dem jedes Jahr Tausende Kinder, Eltern und Lehrkräfte leiden, hat keine Zukunft."


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