Schulstart

Den Wandel gestalten in herausfordernden Zeiten

Elias und Marie waren im Jahr 2016 die beliebtesten Vornamen für neugeborene Kinder in Deutschland. Heute sind Elias und Marie sechs Jahre alt und der 5. September 2022 ist für beide ein ganz besonderer Tag. Elias, Marie und viele andere Kinder im Einschulungsalter – in Rheinland-Pfalz laut Prognose insgesamt rund 40.000 – werden in diesem Jahr eingeschult.

05.09.2022 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz
  • Grundschulkinder sitzen in einem Klassenraum und hören einer Lehrerin zu. © Fotowerk – stock.adobe.com

„Das ist für die Kinder und ihre Familien ein ganz besonderes Datum, das ihnen ein Leben lang in Erinnerung bleiben wird“, sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig am Montag bei ihrem Besuch zum Schuljahresauftakt in der Goethe-Grundschule in Mainz. „Wir heißen alle neuen Erstklässlerinnen und Erstklässler in der Schulgemeinschaft willkommen und wünschen Euch, dass Ihr nicht nur viel lernt, sondern Spaß habt, Freundinnen und Freunde findet und später einmal sagen könnt: Die Zeit in der Schule, die war richtig toll.“

An die gesamte Schulgemeinschaft gerichtet, erklärte die Ministerin weiter: „Uns ist sehr bewusst, dass es besondere Zeiten sind, in denen wir in dieses Schuljahr starten. Die Corona-Pandemie hat uns noch nicht losgelassen, der Krieg in der Ukraine mit all seinen Folgen prägt seit dem Frühjahr auch den Schulalltag. Und auch die Folgen der Flutkatastrophe sind in den Kitas und Schulen im Ahrtal weiter zu spüren. Unsere Schulgemeinschaften haben alle Herausforderungen dieser Zeit bisher hervorragend angenommen und werden das auch weiter tun. Davon bin ich überzeugt, und dafür danke ich allen Beteiligten sehr herzlich.“

Mit Blick auf die kommenden Monate führte Hubig weiter aus: „Auch in diesen Zeiten und trotz dieser Herausforderungen bleibt unser Anspruch und unser Selbstverständnis: Rheinland-Pfalz ist das Land der guten und gerechten Bildung. Deshalb werden wir unsere Schülerinnen und Schüler, die Schulleitungen und Lehrkräfte sowie die Eltern nicht nur in jeder erdenklichen Weise bei der Bewältigung der Herausforderungen dieser Zeit weiter unterstützen. Wir werden zugleich die großen bildungspolitischen Ziele nicht aus den Augen verlieren: nämlich die Transformation der Gesellschaft gemeinsam mit unseren Schulen mitzugestalten, sie fit zu machen für die Aufgaben von morgen. In einem Satz: Wir gestalten den Wandel in herausfordernden Zeiten.“

Um dies zu bewerkstelligen, so Hubig, werde das Ministerium für Bildung – zusammen mit der Schulaufsicht und den Schulträgern – auch weiter

  1. gute Bedingungen für Bildung schaffen,
  2. Chancen eröffnen und
  3. die Zukunft gestalten

Gute Bedingungen für Bildung: Unterrichtsversorgung sichern und ausbauen

Mit den erwarteten über 40.000 „ABC-Schützen“ – das ist die höchste Zahl seit dem Schuljahr 2005/2006 – werden im kommenden Schuljahr insgesamt rund 535.000 Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz eine Schule besuchen, rund 427.600 in allgemein- und 107.400 in berufsbildenden Schulen. Um diesem kräftigen Zuwachs gerecht zu werden, investiert Rheinland-Pfalz weiter konsequent in die Unterrichtsversorgung. „Wir haben schon in der Vergangenheit kontinuierlich ausgebildet und eingestellt. Deshalb trifft uns der zunehmende Lehrkräftemangel, den wir in Rheinland-Pfalz ebenso wie in ganz Deutschland spüren, nicht so hart wie andere Bundesländer. Wir werden auch im Verlauf des neuen Schuljahres wieder alle Planstellen mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften besetzen“, kündigte Hubig an. „Dies ist in Zeiten eines akuten und sich verschärfenden Lehrkräftebedarfs ein großer Erfolg und keine Selbstverständlichkeit. Auch im Vergleich zu anderen Bundesländern steht Rheinland-Pfalz bei der Unterrichtsversorgung damit weiterhin sehr gut da.“

Insgesamt werden in diesem Sommer wieder mehr als 1.350 neue Lehrkräfte in Rheinland-Pfalz eingestellt, weitere rund 200 werden im weiteren Verlauf des Schuljahres folgen, je nach Abschlusstermin an den jeweiligen Studienseminaren. In Summe treten in diesem Schuljahr also rund 1.550 Lehrkräfte ihren Dienst neu an (Schuljahr 2021/2022: rund 1.400). Die zum Schuljahresbeginn noch nicht besetzten Stellen – an den allgemeinbildenden Schulen sind es rund 160 – können damit schnellstmöglich mit ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden.

„Gerade im Grundschulbereich wird die Besetzung von Stellen und Klassenleitungen von Jahr zu Jahr schwieriger, zumal der Zuzug Tausender Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine und anderen Länder unser Bildungssystem vor zusätzliche Herausforderungen stellt“, erklärte Hubig. „Dennoch wird es uns gelingen, die Zahl der Zusammenlegungen und Vakanzen bei Klassenleitungen auf ein absolutes Minimum zu begrenzen.“

Die Zahl der Stellen wächst parallel ebenfalls: Kamen vor einem Jahr rund 345 Vollzeitplanstellen im Haushalt 2021 dazu, so sind es in diesem Sommer sogar 400 Planstellen plus und noch weitere 350 zusätzliche Stellen, die für die Beschulung ukrainischer Schülerinnen und Schüler ebenso dringend benötigt werden wie noch zur Verfügung stehende weitere 100 befristete Beschäftigungsmöglichkeiten. In Summe kommen also rund 750 Stellen hinzu.

Zudem bildet Rheinland-Pfalz auch weiter über alle Schulformen Nachwuchs aus: Die Zahl der Anwärterinnen und Anwärter für das Lehramt an Grundschulen stieg im Zeitraum seit 2018 von 531 auf heute 749 Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer, auch dank des guten Starts des Studiengangs für das Lehramt an Grundschulen in Trier (120 Studienplätze, aktuell 198 Studierende). Zudem gibt es seit 2020 die Möglichkeit, am Studienseminar für das Lehramt an Förderschulen in Wallertheim den Vorbereitungsdienst zu absolvieren. In den lehramtsbezogenen Masterstudiengängen steigen die Studierendenzahlen insgesamt ebenfalls.

Gute Bedingungen auch für die Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine

Gute Bedingungen bietet das Land auch den bis jetzt rund 9.500 Schülerinnen und Schülern aus der Ukraine, die vor dem Krieg geflüchtet sind und an den Schulen in Rheinland-Pfalz eine vorläufige Heimat gefunden haben (Stand: 2.9.2022). „Weil ein Ende des schrecklichen Krieges nicht abzusehen ist, werden wir weiter unserer doppelten Verantwortung gerecht: die ukrainischen Schülerinnen und Schüler bei uns zu integrieren und ihnen zugleich weiter den Kontakt zum Bildungsweg in ihrer Heimat zu ermöglichen.“ So wird das Land nicht nur die Teilnahme am Online-Unterricht und an Abschlussprüfungen in der Ukraine fördern, sondern auch die Sprachförderung in den hiesigen Schulen zusätzlich unterstützen. „Wir haben bereits rund 150 ukrainische Lehr- und Betreuungskräfte für den Unterricht gewinnen können und bleiben hier am Ball“, versicherte Hubig. „Zudem starten wir bedarfsgerecht in neun Kursen landesweit mit dem Herkunftssprachenunterricht Ukrainisch, zunächst für rund 120 Schülerinnen und Schüler. Damit wird Herkunftssprachunterricht in Rheinland-Pfalz bereits in 19 verschiedenen Sprachen angeboten.“

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