Der Staat muss Schulen besser machen - aber Eltern können selber viel für die Bildung ihrer Kinder tun
Voller Erwartung schaut das Land wieder einmal nach Berlin, wo der dritte Bildungsgipfel stattfindet. Mit "außer Spesen nichts gewesen" glauben Pessimisten das Ergebnis bereits vorwegnehmen zu können, weiß man beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, der verstärkt auch Eltern wieder mit einbinden möchte, ihre Kinder optimal zu fördern, nicht mit teuren privaten Nachhilfestunden, sondern durch frühzeitige Zuwendung und dauerhaft verlässliche emotionale Begleitung.
10.06.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergDer VBE appelliert an alle Eltern, schon die ersten Lebensjahre eines Kindes intensiv zu nützen und durch emotionale Zuwendung und die intensive Förderung kognitiver und motorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten die Bildungschancen der jungen Erdenbürger noch vor Kindergarten und Schule zu verbessern.
"Die politisch Verantwortlichen zeigen sich zurzeit zumindest bemüht, Verbesserungen bei der Bildung junger Menschen zu erreichen", ist sich der VBE-Sprecher sicher. Die Realisierung vieler guter Absichtserklärungen scheitere jedoch meist an den viel zu knappen Finanzmitteln. Eltern könnten jedoch durch persönlichen Einsatz völlig kostenneutral viel für ihren Nachwuchs tun.
Die Wissenschaft hat erkannt, wie wichtig die ersten Lebensjahre für die Grundsteinlegung vieler Fähigkeiten und Fertigkeiten sind. Man weiß auch, dass in den Elternhäusern Kindern immer weniger Zuwendung zuteil wird und dass häufig der Fernsehapparat die Funktion eines Babysitters übernommen hat. Dadurch werden Bewegung und Ausprobieren, freies Spielen und das eigene Tun der Kinder verhindert. Es gibt Untersuchungen, die davon ausgehen, dass nicht einmal mehr in jeder zweiten Familie vorgelesen, miteinander gesungen und gespielt wird. Trotzdem spart man aus falsch verstandener "politischer Korrektheit" immer wieder aus, dass die Familien ebenso wie Politiker in die Pflicht genommen gehörten. "Nicht der Staat und seine Institutionen sind zuvörderst gefordert, sondern zunächst einmal jeder Vater und jede Mutter", unterstreicht der VBE-Sprecher. Dies entbinde das Land nicht davon, an den Schulen Rahmenbedingungen zu schaffen, dass dort effizient gelehrt und gelernt werden könne, dass den jungen Menschen optimale Möglichkeiten für ein wirkungsvolles und nachhaltiges Lernen geboten werden. Das sei auch im Interesse der Gesellschaft.
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