Der Übertrittsdruck bleibt bestehen
Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, hat die Korrekturen am Übertrittsverfahren in vierten Grundschulklassen als "Kosmetik" bezeichnet und sich so erneut in die Diskussion um das Übertrittsverfahren eingeschaltet:
04.05.2010 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V."Wirklich geholfen ist damit weder den Kindern noch den Eltern. Nach wie vor ist die Belastung für alle Beteiligten enorm. Grundschullehrer/innen berichten von weinenden Schülerinnen und Schülern bei der Note Drei, von Kindern, die krank werden und teilweise extrem unter den langen Wochen der Anspannung leiden. Ein Schulsystem, das solche Prozesse befördert, kann nicht kindgerecht sein, es übergeht vielmehr rücksichtslos die Bedürfnisse von Kindern. Wenn der Kultusminister, wie heute verkündet, ein Monitoring zum Übergang der Grundschüler an die weiterführenden Schulen mit repräsentativer Online-Erhebung starten will, klingt das beinahe zynisch - an den Grundschulen herrscht kein Erkenntnisproblem, sondern der Wunsch nach Veränderung.
Es gibt keine Prognosesicherheit bei Kindern, die noch mitten in ihrer Entwicklung stehen. Eltern haben zwar jetzt etwas mehr Mitspracherechte - letztlich werden sie aber dazu führen, dass Gymnasien und Realschulen hoffnungslos überlastet werden, während Hauptschulen - und langfristig gesehen auch Mittelschulen - schließen müssen. Der Selektionsdruck setzt sich im Übrigen an den Realschulen und Gymnasien fort und begleitet Schülerinnen und Schüler über viele Jahre. Das ist schul- und bildungspolitisch unverantwortlich. Damit muss sofort Schluss sein."
Wenzel bekräftigte die Forderungen des BLLV nach einer längeren gemeinsamen Schulzeit und dem Ende der Auslese von Kindern nach den vierten Grundschulklassen.
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