Sprachförderung

Deutsch als Zweitsprache: Sprachbildung in allen Regionen Schleswig-Holsteins

"Das Netz der DaZ-Zentren in Schleswig-Holstein wird größer. Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein erhalten in allen Regionen eine durchgängige Sprachbildung", sagte heute Bildungsministerin Britta Ernst. Die Ministerin legte aktuelle Zahlen zum Thema Deutsch als Zweitsprache (DaZ) vor und betonte, dieses System zur Sprachförderung wurde und werde vor dem Hintergrund der steigenden Flüchtlingszahlen den Anforderungen entsprechend erheblich erweitert. Dabei werde schrittweise auch eine DaZ-Struktur an den berufsbildenden Schulen entwickelt.

18.12.2015 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein gab es an den allgemein bildenden Schulen zum Stichtag 9. Dezember 2015 (Schuljahr 2014/15) 312 DaZ-Klassen in etwa 120 DaZ-Zentren mit 5.019 Schülerinnen und Schülern in der Basisstufe. Zum 01.02.2016 wird die Zahl der im DaZ-Bereich eingesetzten Lehrerstellen um 50 auf 408 erhöht. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler ist gegenüber September 2015 um 1.074 gestiegen. An den Berufsbildenden Schulen (BBS) und Regionalen Berufsbildungszentren (RBZ) hat sich die Zahl der Flüchtlinge seit September 2015 sogar um 1.088 auf nunmehr 3.121 erhöht.

Die steigende Zahl von Flüchtlingen stellt auch im Schulbereich eine große Herausforderung dar und verlangt von allen Beteiligten sehr viel Flexibilität und insbesondere die Bereitschaft, für einen nicht absehbaren Zeitraum Lösungen zu schaffen, die fortwährend überdacht und angepasst werden müssen. "Die Schulen bewältigen die Herausforderung exzellent. Damit leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Integration" sagte Ministerin Ernst.

Zahlen, Daten, Fakten:

  • Im Laufe des Jahres 2015 wurden insgesamt 365 zusätzliche Stellen für Lehrkräfte geschaffen, um Arbeit der DaZ-Zentren zu unterstützen und die Unterrichtsversorgung für alle Schülerinnen und Schüler auch vor dem Hintergrund des Anstiegs der Flüchtlingszahlen sichern zu können.
  • Im Haushalt für 2016 sind zur Nachsteuerung angesichts der ansteigenden Zahl von Schülerinnen und Schülern weitere bis zu 280 zusätzliche Lehrerstellen vorgesehen.
  • Die Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände (LAG) wird auch im kommenden Jahr fortgesetzt. 2015 konnten auf der Grundlage des mit 1,5 Millionen Euro ausgestatteten Sprachförderungs- und Integrationsvertrages über 100 Projekte der ergänzenden Sprachförderung am Nachmittag und in den Ferien realisiert werden.
  • Bisher konnten die DaZ-Stellen im allgemein bildenden Bereich in der Regel mit ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden, die zusätzlich eine DaZ-Qualifikation haben. Um den Bedarf auch künftig decken zu können, wird die modularisierte DaZ-Qualifizierung derzeit umgestellt auf ein "Blended-Learning-Konzept", das Präsenzelemente mit online gestützten Lerneinheiten verbindet. So kann die Dauer der Qualifizierung verkürzt werden, ohne die Inhalte oder die Qualität zu reduzieren.
  • Das Bildungsministerium unterstützt die Arbeit in den DaZ-Zentren durch die Bereitstellung von 500 Kartons mit Unterrichtsmaterialien, die eine individualisierte Sprachförderung ermöglichen.
  • Die Beruflichen Schulen haben seit dem vergangenen Schuljahr DaZ-Strukturen aufgebaut. Dafür werden ihre Budgetmittel zum 1. Februar 2016 auf eine Höhe von bis zu vier Millionen Euro erhöht.
  • Auch an den BBS und RBZ haben Lehrkräfte eine DaZ-Qualifikation erworben - insgesamt 96 Lehrkräfte.
  • Von den 3.121 Schülerinnen und Schülern an den BBS und RBZ waren im September 1.251 unbegleitete Flüchtlinge. Sie erhalten hier ein Angebot an Berufsorientierung und Deutschunterricht im Ausbildungsvorbereitungsjahr (AVJ) und in den Berufseingangsklassen (BEK). Einige mit höherem Sprachstand haben bereits die Möglichkeit genutzt, eine Ausbildung im Dualen System oder in einer Berufsfachschule zu beginnen.

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