"Deutschland – einig Fußballland?"

Noch beim deutschen Aufgebot zur EM 1996 wusste jeder Fußballfan: Klinsmann kommt aus der alten Bundesrepublik, Sammer stammt aus der ehemaligen DDR. Aber heute? Ballack kommt aus Sachsen – das hört man. Schweinsteiger kommt aus Bayern – das hört man auch. Aber Fritz oder Jansen? Wo ist Rolfes geboren? Wo Mertesacker?

04.06.2008 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Die deutsche Einheit – im Fußball scheint sie vollendet. Seine Bedeutung geht ohnehin weit über die sportlichen Aspekte hinaus. Dass Fußball nicht nur eine Sache des Sportunterrichts sein muss, sondern auch Gegenstand des Geschichts- und Politikunterrichts sein kann, zeigt eine Publikation des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM). Denn Fußball, als die wohl populärste Sportart der Deutschen, eignet sich in besonderer Weise, Schülerinnen und Schülern die Epochen der deutschen Teilung und Vereinigung nahe zu bringen.

Das Unterrichtsmaterial "Deutschland – einig Fußballland? Deutsche Geschichte nach 1949 im Zeichen des Fußballs" zur deutsch-deutschen Fußballgeschichte gibt das LISUM im Auftrag der Landesbildungsverwaltungen Berlins und Brandenburgs heraus.

In der Publikation finden sich vollständig ausgearbeitete Unterrichtseinheiten z.B. zu den diplomatischen Beziehungen, der nationalen Identität und der Sozialgeschichte in beiden deutschen Staaten. Mit Blick auf den 20. Jahrestag des Mauerfalls im kommenden Jahr bietet die Publikation "gelungene Unterrichtsmaterialien für eine differenzierte und zugleich schülerorientierte Aufarbeitung der SED-Diktatur im Schulunterricht" betonen Bildungsminister Holger Rupprecht und Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner.

"Anhand der deutsch-deutschen Fußballgeschichte kann exemplarisch gezeigt werden, mit welchen Mechanismen in der DDR die SED nicht nur das politische System, sondern auch das Alltagsleben der ostdeutschen Bevölkerung mit ihrem

Herrschaftsanspruch durchdrang. Dieses zu veranschaulichen, bleibt eine wichtige Aufgabe des Geschichts- und Politikunterrichts. Bei der Veröffentlichung handelt es sich um eine Koproduktion, die beispielhaft für die Bildungsregion Berlin-Brandenburg steht", so die Einschätzung von Senator Zöllner und Minister Rupprecht.

Inhaltlich sind die fünf ausgearbeiteten Unterrichtssequenzen von ´Cultus e. V. - Bildung – Urteil – Kompetenz` aus Berlin und Potsdamer Wissenschaftlern des ´Zentrums deutsche Sportgeschichte Berlin-Brandenburg e. V`. entwickelt worden. Finanziert wurde das Projekt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM). Die Bundesbeauftragte und der Berliner Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR sowie der Fußballverein Hertha BSC haben die Publikation mit diversen Dokumenten und Fotoquellen aus ihren jeweiligen Archiven maßgeblich unterstützt.

Alle weiterführenden Schulen in Berlin und Brandenburg erhalten je ein Exemplar der Publikation "Deutschland – einig Fußballland? Deutsche Geschichte nach 1949 im Zeichen des Fußballs. Fachdidaktische Handreichung zur politisch-historischen Urteilsbildung".

Weitere Exemplare können gegen eine Schutzgebühr von 5,-- Euro entweder beim Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (www.lisum.berlin-brandenburg.de) oder bei ´Cultus e. V. • Bildung – Urteil – Kompetenz` ( ) angefordert werden.


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