Auszeichnung

Deutschlands stärkste Schule steht in München

(red/pm) Die Mittelschule an der Wiesentfelser Straße aus München ist heute als Siegerin des Wettbewerbs "Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen" hervorgegangen. Die Sieger des Wettbewerbs wurden im Jüdischen Museum Berlin von Bundespräsident Joachim Gauck ausgezeichnet.

05.06.2013 Artikel

Die Erfolgsgeschichte der Mittelschule an der Wiesentfelser Straße in München lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: 80 % der Schülerschaft hat einen Migrationshintergrund, 50 % verfügt über mangelhafte Deutschkenntnisse, aber alle Schüler machen einen Abschluss. Möglich wird dies durch das große Engagement der Schulleitung und des Kollegiums, ein ausgefeiltes Unterrichtskonzept und die aktive Einbindung der Schüler in die Gestaltung des Schullebens. Die hervorragende Elternarbeit setzt Maßstäbe: Neben Elternfortbildungen und regelmäßigen Elternabenden wird ein Elterncafé angeboten, das von einem Jugendsozialarbeiter und einer Lehrkraft mit Migrationshintergrund betreut wird.

Der zweite Platz ging an die Lobdeburgschule in Jena. Anerkennung erhielt die Schule vor allem für die Förderung von selbstständigem Arbeiten und eigenverantwortlichem Lernen. Das Angebot umfasst sowohl Einzel- und Gruppenförderung bei Lernschwächen als auch die (Hoch-)Begabtenförderung. Eine enge Absprache innerhalb der Schule sorgt für die ideale Nutzung von Erfahrungswerten für zukünftige Klassen. Auch das Innovationsdenken ist vorbildlich: Schulleitung und Kollegium besuchen regelmäßig Schulen in ganz Deutschland und prüfen die Implementierung besonders positiver Elemente in die eigene Schule.

Mit dem dritten Platz wurde die Johann-Amos-Comenius-Schule in Kassel ausgezeichnet. Vor allem die hohe Zahl an Kooperationen mit externen Partnern und die Intensität der Berufsorientierung stechen heraus. Schüler, die in der 9. und 10. Klasse das Fach "Vertiefende Berufsorientierung" wählen, absolvieren ein insgesamt 18-wöchiges Praktikum, das zu 40 % in die Ferien fällt. Die teilgebundene Ganztagsschule hat im regulären Curriculum zwei Wochenstunden für freies Arbeiten eingeplant, in weiteren zwei Stunden "Arbeiten und Üben" erledigen die Schülerinnen und Schüler unter Aufsicht des Klassenlehrers ihre Hausaufgaben.

Zusätzlich zu den Bundespreisen wurde der Sonderpreis "Stark durch Vielfalt" vergeben. Er zeichnet Schulen aus, die in besonderer Art und Weise inklusiv arbeiten. Preisträger sind die Anna-Freud-Schule in Köln und die Mittelschule Thalmässing, die beweisen, dass es ganz verschiedene Ansätze inklusiver Beschulung geben kann und muss. An der Anna-Freud-Schule (Förderschule) findet gemeinsamer Unterricht der Förderschüler mit Regelschülern der benachbarten Realschule statt. Neben der Wissensvermittlung steht vor allem die Persönlichkeitsbildung im Mittelpunkt der schulischen Arbeit. Die Vorbereitung auf eine aktive Teilhabe am öffentlichen Leben und das Trainieren eines offensiven Umgangs mit der eigenen Behinderung stärken das Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schüler. An der Mittelschule Thalmässing (Regelschule) werden Kinder mit Förderbedarf bereits seit neun Jahren im Klassenverband gemeinsam mit Regelschülern unterrichtet. Das Zusammenleben von Behinderten und Nichtbehinderten ist deshalb für alle am Schulleben Beteiligten eine Selbstverständlichkeit. Zentrales Element in der Wissensvermittlung ist das "eigenaktive Lernen", bei dem sich die Schüler selbstständig den in verschiedene Schwierigkeitsgrade unterteilten Unterrichtsstoff erarbeiten.

Nach dem Wettbewerb geht es weiter: Alle ausgezeichneten Schulen werden in das "Starke Schule"-Netzwerk aufgenommen, das Fortbildungen und finanzielle Unterstüt- zung für innovative Schulprojekte bietet. Die Lehrkräfte profitieren hier von Angeboten zur Organisations- und Unterrichtsentwicklung und lernen Best-Practice und erfolgreiche Lösungsansätze zur Weiterentwicklung der eigenen Schule kennen.

Die "Starke Schule"-Jury mit Experten aus Bildung, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beurteilte die Stärken der Schulen aufgrund einer ausführlichen schriftlichen Bewer- bung und Besuchen vor Ort. Die jeweiligen regionalen Rahmenbedingungen sowie wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten der Schulen fanden Berücksichtigung. In der ersten Stufe wurde je Bundesland ein Landessieger ausgezeichnet. Im zweiten Schritt ermittelte die Jury aus diesem Kreis von 16 Schulen die Bundessieger.

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, die Bundesagentur für Arbeit, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und die Deutsche Bank Stiftung engagieren sich gemeinsam für "Starke Schule" und richten alle zwei Jahre den mit 210.000 Euro dotierten Wettbewerb aus.


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