Dicke Luft in Klassenzimmern
Die Grünen im Bayerischen Landtag sehen mit Sorge, dass in einigen energetisch sanierten Schulen in Nürnberg die CO2-Konzentrationen in Klassenzimmern viel zu hoch sind. "Durch den Einbau von luftdichten Fenstern bei den energetischen Sanierungen wurde der Luftaustausch reduziert", erklärt der schulpolitische Sprecher Thomas Gehring. "Je mehr Schülerinnen und Schüler in einem Klassenzimmer anwesend sind, desto höher steigt der CO2-Wert. Der aber beeinträchtigt die Konzentrationsfähigkeit."
31.08.2012 Pressemeldung Bündnis 90/Die GrünenDieses Phänomen sei keineswegs auf Nürnberg beschränkt und ebenso seit langem bekannt. Das Umweltbundesamt habe dieses Problem bereits 2008 beschrieben und dabei auf eine Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) Bezug genommen. Auf Anfrage der Grünen 2011 wurde bekannt, dass bei dieser LGL-Untersuchung bei insgesamt 165 überprüften bayerischen Klassenräumen in 30 % der Fälle der Grenzwert von 2000 ppm im Winter überschritten worden sei. Nach Meinung der Experten gelte dieser Wert als nicht mehr akzeptabel. Eine Einschränkung mentaler Leistung sowie Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit seien die Folge. "Die Bewertung des Umweltbundesamtes sagt: Wenn dieser Wert trotz verstärkter Lüftung nicht dauerhaft unterschritten werden kann, sind weitergehende lüftungstechnische oder bauliche Maßnahmen erforderlich." Dazu würden beispielsweise eine Verringerung der Anzahl der Personen im Raum oder der Einbau einer technisch geregelten Lüftung zählen.
"Seit 2008 wurden bayernweit rund 800 kommunale sowie private und kirchliche Schulen energetisch saniert und staatlich gefördert. Offensichtlich wurden in einer Vielzahl der Fälle die Erkenntnisse der obersten Gesundheitsbehörde ignoriert", so Thomas Gehring. "Die Staatsregierung muss daraus ihre Lehren ziehen. Bei künftiger staatlicher Förderung von Schulneubauten sowie bei der energetischen Sanierung muss sie die Schulen darauf hinweisen, auf die CO2-Konzentration zu achten, Lüftungen einzubauen und diese auch entsprechend fördern."
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