Die Eltern in Hessen können den Empfehlungen der Grundschullehrer vertrauen

"Die Eltern in Hessen können den Empfehlungen der Grundschullehrerinnen und -lehrer bei der Wahl der weiterführenden Schule vertrauen." Mit diesen Worten ist Kultusministerin Karin Wolff den in zahlreichen Medien verbreiteten Aussagen des Schulforschers Dr. Rainer Block von der Universität Duisburg-Essen entgegengetreten, wonach die Empfehlungen der Grundschule für den Besuch der Realschule oder des Gymnasiums häufig nicht zuverlässig seien.

30.01.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

"Die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler wird von den Lehrkräften in der Grundschule über einen Zeitraum von vier Jahren kontinuierlich beobachtet, individuell begleitet und gefördert", erläuterte die Ministerin. Ausschlaggebend für die Schulempfehlung nach der vierten Klasse seien nicht nur der Leistungsstand der Kinder, sondern auch ihr Arbeitsverhalten und ihr Entwicklungspotenzial.

Hessen habe in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen gestartet, um die Grundschullehrkräfte im Umgang mit unterschiedlich begabten Kindern weiter zu qualifizieren und ihre Diagnosefähigkeit zu stärken, sagte Wolff weiter. So seien die im vergangenen Schuljahr erstmals verbindlich durchgeführten Orientierungsarbeiten ein wichtiges Diagnose-Instrument für die Lehrer, um die Schülerinnen und Schüler noch gezielter zu fördern.

"Bei der Wahl der weiterführenden Schule werden die Eltern von den Grundschullehrerinnen und -lehrern ausführlich, kompetent und professionell beraten", so Wolff weiter. Unabhängig von der Übergangsempfehlung fänden während der gesamten Grundschulzeit intensive Beratungsgespräche zwischen Lehrern und Eltern statt. Auf diese Weise sei neben einem regelmäßigen Austausch über die Lernentwicklung der Kinder auch eine vertauensvolle Zusammenarbeit bei der Wahl weiterführenden Schule gewährleistet.

Selbstverständlich liege aber die letzte Entscheidung über die Wahl der weiterführenden Schule in Hessen bei den Eltern, betonte Wolff.

Darüber hinaus verwies die Ministerin darauf, dass sich seit der Erhebung der PISA 2000-Daten, die der Untersuchung von Dr. Block zugrunde liegen, vieles im Bildungswesen verändert habe.


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