Die Jugend forscht Landessieger 2007 aus Bayern stehen fest
13 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Bayern haben sich für den 42. Bundeswettbewerb von Jugend forscht qualifiziert. Die Landessieger 2007 wurden gestern in Anwesenheit von Kultusminister Siegfried Schneider im Deutschen Museum in München ausgezeichnet. Insgesamt waren 79 Teilnehmer mit 60 Projekten zum Landesentscheid angetreten, der von der BASF Construction Chemicals GmbH ausgerichtet wurde.
30.03.2007 Bayern Pressemeldung Stiftung Jugend forscht e.V.Pascal Schmitt (18) vom Hanns-Seidel-Gymnasium in Hösbach überzeugte im Fachgebiet Arbeitswelt mit einem selbst entwickelten Computer-Touchscreen. Das kostengünstige Gerät ist benutzerfreundlicher als herkömmliche Modelle, da es sich mit mehreren Fingern bedienen lässt. Es ist sogar möglich, dass mehrere Personen gleichzeitig an nur einem Bildschirm arbeiten.
Anwenderfreundlich ist auch die von Gerold Grünauer programmierte Software, die zukünftig computergestützte Abstimmungsverfahren ermöglichen soll. Mit seinem digitalen Wahlsystem will der 20-jährige Student der Universität Bayreuth die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger an politischen Entscheidungsprozessen stärken. Da es nur einen geringen technischen Aufwand erfordert, sind vielfältige Einsatzmöglichkeiten denkbar. Ein zweiter Landessieg in Fachgebiet Mathematik/Informatik ging an Rudolf Hügel (21) vom Goethe-Gymnasium und Alexander Seidel (20) von der Fachhochschule Regensburg. In ihrer Arbeit befassten sich die beiden mit alternativen Methoden zum Ziehen von Quadratwurzeln einer Zahl.
Mit den sozialen Beziehungen von Pferden beschäftigte sich Mariele Gerstl (20) vom St.-Gotthard-Gymnasium in Niederalteich im Fach Biologie. Mithilfe von Fütterungstests analysierte die Landessiegerin das Verhalten einer Gruppe domestizierter Pferde und konnte so zum Beispiel die Rangordnung feststellen. Ihre Untersuchungsmethode kann allgemein dazu beitragen, das Verletzungsrisiko bei der Arbeit mit Pferden zu verringern.
Zwei Siegerprojekte gab es im Fachgebiet Chemie: Johannes Wandt (18) vom Altöttinger König-Karlmann-Gymnasium entwickelte einen neuartigen Versuchsaufbau zur Darstellung des Reaktionsverlaufs, der zur Bildung des Minerals Magnetit führt. In diesem Fach erfolgreich war auch Jeffrey M. Hammann vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium in Aschaffenburg. In umfangreichen Messreihen analysierte der 19-Jährige tränenreizende Benzylbromide und bestimmte deren Reaktionsgeschwindigkeit.
Der Klimawandel war Thema in der Siegerarbeit von Lisa Gutjahr und Veronika Kilzer vom Hanns-Seidel-Gymnasium in Hösbach. Im Fach Geo- und Raumwissenschaften zeigten sie, dass die Dauerfrostböden in Nordamerika und Sibirien infolge der globalen Erwärmung teilweise auftauen und dadurch große Mengen von Methan freisetzen. Das dürfte nach Einschätzung der beiden 17-Jährigen dramatische Folgen für das Klima haben, da das Gas ein vielfach höheres Treibhauspotenzial als Kohlendioxid besitzt.
Den Landessieg im Fachgebiet Physik errang Dominik Schubert vom Maria-Theresia-Gymnasium in München. Der 16-Jährige baute mit geringen finanziellen Mitteln ein abbildendes Spektrometer, das normalerweise mehrere Zehntausend Euro kostet. Mit dem Gerät lassen sich hochaufgelöste Digitalfotos erstellen, die Informationen des gesamten Farbspektrums beinhalten. Diese können vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden. Ebenfalls in Physik erfolgreich war Melanie Knappe (16) von der Staatlichen Realschule in Neubiberg. Unter anderem im selbst gebauten Windkanal untersuchte sie die aerodynamischen Eigenschaften von Fallschirmen. Dabei verglich die Landessiegerin das historische Modell von Leonardo da Vinci mit modernen Ausführungen.
Florian Schnös vom Alexander-vom-Humboldt-Gymnasium in Schweinfurt überzeugte die Jury im Fachgebiet Technik mit seiner "SmartCam", die anders als herkömmliche Kameras dreidimensionale Bilder erzeugen kann. Das Gerät ist leicht zu bedienen und sehr günstig herzustellen. Der 18-jährige sieht Einsatzmöglichkeiten zum Beispiel in der Medizin oder in der industriellen Fertigung. Mit dem Preis für die beste interdisziplinäre Arbeit wurde das Biologie-Projekt von Maximilian Kerschbaum vom Auersperg Gymnasium in Freudenhain ausgezeichnet. Dem 18-Jährigen gelang es, den Ertrag von Biogasanlagen um rund ein Fünftel zu steigern.
Nach den Landesentscheiden im März findet der 42. Bundeswettbewerb vom 17. bis 20. Mai 2007 in Hamburg statt. Das Finale wird gemeinsam ausgerichtet von der Stiftung Jugend forscht e. V. und der Beiersdorf AG.
Keine Kommentare vorhanden