Die praxisorientierte Alternative: Realschule plus mit Fachoberschule
Schon vor dem Schulbeginn am 8. August haben die Schülerinnen und Schüler der neuen Fachoberschulen (FOS) an den Realschulen plus am 1. August ihre Praktika begonnen. Der Realschullehrerverband (VDR) begrüßt, dass sich mit der Fachoberschule als Realschuloberstufe den Jugendlichen ein direkter Weg ohne Schulwechsel zum Fachabitur und damit zum Studium an der Hochschule öffnet. Die FOS stellt so eine neue berufsorientierte Variante in der Schullandschaft dar.
05.08.2011 Pressemeldung Verband Reale BildungVDR-Landesvorsitzender Bernd Karst – selbst Schulleiter einer dieser Realschulen plus – bezeichnete die Fachoberschule als maßgebend für das Gelingen der rheinland-pfälzischen Schulstrukturreform. Nur so könne ein Run auf die Gymnasien und damit deren innere Aushöhlung verhindert werden. Karst bedankte sich in einer Stellungnahme ausdrücklich bei den Betrieben, die den praktischen Ausbildungsteil im 11. Schuljahr überneh¬men und damit Pionierarbeit in Rheinland-Pfalz leisten.
Der VDR bedauert, dass keine große Stadt bei der Vergabe der FOS-Standorte berücksichtigt wurde. Dabei könnten die Akzeptanzprobleme der Realschule plus, die es in städtischen Ballungsräumen z.T. noch gibt, dadurch überwunden werden, dass man mit einer FOS die Aufstiegs¬orientierung dieser Schulart dokumentiert. Bei einem hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften stünden besonders dort ausreichend Praktikumsplätze zur Verfügung. Schließlich hätte man auch gute Koope¬rationsmöglichkeiten mit Fachhochschulen in unmittelbarer Nähe.
Hintergrund:
Die Fachoberschule (FOS) ist ein zweijähriger Bildungsgang des beruflichen Schulwesens und wird in Rheinland-Pfalz organisatorisch mit der Realschule plus verbunden. Es können folgende Fachrichtungen angeboten werden:
- Wirtschaft und Verwaltung
- Gesundheit und Soziales
- Technik mit den Schwerpunkten Metalltechnik oder Technische Informatik. Die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule absolvieren in der elften Klasse jeweils an drei Tagen der Woche ein Praktikum in einem Unternehmen oder der Verwaltung. Die restlichen Stunden und das gesamte 12. Schuljahr besuchen sie den Unterricht in der Schule. Die Lehrerinnen und Lehrer der Fachoberschule vermitteln in ihrem Unterricht allgemeinbildende Inhalte verknüpft mit Bezügen zur Praxis.
Am Ende der Klasse zwölf erwerben die Schülerinnen und Schüler die allgemeine Fachhochschulreife, die sie unmittelbar zum Studium an jeder Fachhochschule befähigt. Durch den anschließenden einjährigen Besuch der Berufsoberschule II kann auch die allgemeine Hochschulreife ohne Zeitverlust erworben werden.
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