Doch keine neunjährige Gymnasialzeit durch die Hintertür
(bikl) Der Versuch eines hessischen Gymnasiums, das Turbo-Abitur zu umgehen, ist offensichtlich gescheitert. Die Gießener Herderschule wollte es ihren Schülern freistellen, die fünfte Klasse freiwillig zu wiederholen und damit auch den bisher üblichen neunjährigen Weg bis zum Abitur ermöglichen.
20.03.2008 Hessen Artikel"Das ist rechtswidrig", zitiert heute die Frankfurter Rundschau die Sprecherin des Kultusministeriums, Daniela Bruse. Das hessische Schulgesetz sehe für alle Gymnasien eine Regelzeit von acht Jahren bis zum Abitur vor. Lediglich die integrierten Gesamtschulen führten in neun Jahren zur Reifeprüfung.
Der Leiter des zuständigen Staatlichen Schulamts, Heinz Kipp, hat den Antrag der Schule nach Informationen der Zeitung geprüft und verworfen. Die freiwillige Wiederholung könne durch die Eltern zwar beantragt werden, sie sei aber eine Einzelfallentscheidung. Zudem müsse die Nichtversetzung durch die Klassenkonferenz beschlossen werden. Eine massenhafte, im Vorab vereinbarte Wiederholung widerspreche diesen Vorgaben des Schulgesetzes. Auch ein eigenes Curriculum sei dort nicht erlaubt, heißt es in der Zeitung.
Und noch ein weiteres Argument präsentierte der Schulexperte: Ein Kind dürfe in der Mittelstufe eine Klasse nur ein Mal wiederholen. Mit der Wiederholung der fünften Klasse sei diese Möglichkeit aber bereits ausgeschöpft. "Hat das Kind später noch einmal Schwierigkeiten, die Klasse zu schaffen, müsste es womöglich das Gymnasium verlassen", so Kipp wörtlich in der Frankfurter Rundschau.
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- Trick gegen Turbo-Abitur scheitert
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