Saarland

Drei Ministerien für eine gesunde Schulverpflegung im Saarland – Erster regionaler Speisenplan für Schulen

Ungesund, nicht ausgewogen, wenig schmackhaft – das Essen in deutschen Schulen lässt mitunter zu wünschen übrig, wie stichprobenartige Kontrollen gezeigt haben. Eine Erkrankungswelle infolge verdorbener Lebensmittel in ostdeutschen Schulen sorgte vergangenes Jahr für bundesweite Diskussionen.

10.01.2013 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Im Saarland bemüht sich die Landesregierung sehr intensiv, für die Kinder eine gesunde Schulverpflegung sicherzustellen. "Dies ist eine anspruchsvolle und komplexe Aufgabe, die nur gelingen kann, wenn alle Akteure zusammenarbeiten", so Verbraucherschutzministerin Anke Rehlinger. "Verbraucherschutz-, Gesundheits- und Bildungsministerium haben sich gemeinsam zum Ziel gesetzt, den Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung an unseren Schulen flächendeckend zu etablieren und damit für eine kindgerechte Schulverpflegung zu sorgen." Das heißt konkret: Der Standard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) soll künftig in den Schulkantinen nicht mehr nur unverbindlich, sondern verbindlich gelten.

"Zum kommenden Schuljahr wird das Förderprogramm der Freiwilligen Ganztagsschulen überarbeitet", erklärt die Staatssekretärin im Bildungsministerium, Andrea Becker, das Vorgehen. "Eine Neuerung des Förderprogramms wird sein, dass das angebotene Mittagessen zukünftig dem DGE-Standard für die Schulverpflegung entsprechen muss."

Um gesundheitsschädlichem Essverhalten vorzubeugen, ist es aus Sicht von Gesundheitsminister Andreas Storm wichtig, sich möglichst früh eine Ernährungskompetenz anzueignen: "Im Sinne einer langfristigen und nachhaltigen Gesundheitsförderung ist es wichtig, rechtzeitig mit geeigneten Maßnahmen zu beginnen. Das Wissen über Nahrungsmittel und der Umgang mit Nahrungsmitteln kann in der Schule besonders gut vermittelt und durch gemeinsames Essen erlebt werden. Langzeitstudien belegen, dass nur frühzeitliche Prävention auch tatsächlich effizient und erfolgreich ist und langfristig wirkt. Vor diesem Hintergrund arbeiten wir auch bei der landesweiten Kampagne "Das Saarland lebt gesund!" mit Städten, Gemeinden und Landkreisen zusammen, um vor Ort Strukturen aufzubauen und zu verbessern. Die Angebote auf kommunaler Ebene sind dabei von großem Vorteil. Denn Prävention und Gesundheitsförderung fruchtet nur im direkten Lebens -und Wohnumfeld der Menschen. Hier gilt es, insbesondere die Eltern als Vorbild direkt vor Ort für eine gesunde Ernährung und Lebensweise ihrer Kinder zu sensibilisieren"

Natürlich sollte das Schulessen nicht nur gesund sein, es muss den Schülerinnen und Schülern auch schmecken. Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung hatte anlässlich des Tages der Schulverpflegung 2012 Schulkinder dazu aufgerufen, Rezepte ihrer saarländischen Lieblingsgerichte einzureichen. Die Vernetzungsstelle stellte aus den insgesamt 113 Vorschlägen einen 4-Wochen-Speisenplan zusammen, der die hohen Anforderungen des DGE-Qualitätsstandards erfüllt.

Wie sieht nun dieser erste regionale Schulspeisenplan im Saarland aus? Ministerin Rehlinger: "Zunächst einmal enthält er typische, saarländische Gerichte wie Gefillde oder Dibbelabbes. Berühmte Kinder-Lieblingsessen wie Spaghetti Bolognese oder Rostige Ritter kommen ebenso vor wie weniger erwartete, z.B. Bohnensuppe mit Waffeln, Sellerieschnitzel oder Pellkartoffeln mit Kräuterquark. Darüber hinaus ist er so zusammengestellt, dass die Lebensmittelhäufigkeiten und die Nährstoffzusammensetzung den Vorgaben des DGE-Qualitätsstandards für die Schulverpflegung entsprechen."

Der Speisenplan ist ab sofort bei der Vernetzungsstelle Schulverpflegung verfügbar und wurde bereits allen Speisenanbietern, Schulen und Nachmittagsbetreuungen im Saarland zugestellt. Die beiden DGE-zertifizierten Speisenanbieter nutzen ihn bereits seit Anfang dieser Woche.

Hintergrund:

Das Landesamt für Verbraucherschutz hat vor einigen Wochen Schwerpunktkontrollen in Kantinen von Schulen und Kitas durchgeführt. Die Ergebnisse liegen nun vor.

Erfreulicherweise wurden in den kontrollierten Schulen und Kindertagesstätten ein guter bis zufriedenstellender Hygienestatus und keine Mängel an den vorgefundenen Lebensmitteln festgestellt. Die im Bereich der Basishygiene vorgefundenen Mängel (unzureichende Handwaschgelegenheiten, Schäden in Decken, Fußboden oder Wände oder schadhaftes Mobiliar) konnten als gering eingestuft werden. In Bezug auf die Qualität der zubereiteten Speisen war die maximale Heißhaltezeit von drei Stunden nicht überschritten worden. Ebenso war in allen Einrichtungen ein lebensmittelrechtlich gefordertes Rückverfolgbarkeitssystem vorhanden.

Als verbesserungswürdig angesehen wird das Erstellen und Anwenden von effektiveren Eigenkontrollkonzepten. Fehlende oder fehlerhafte Dokumentationen, mangelhaftes Lagermanagement, unzureichende Schädlingsbekämpfungskonzepte und fehlende Reinigungs- und Desinfektionspläne waren teilweise Grund zur Beanstandung. Insbesondere die Fachkenntnisse des eingesetzten Personals im Umgang mit Lebensmitteln und das Erkennen der Zusammenhänge zwischen erforderlichen Hygienemaßnahmen und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Lebensmittelsicherheit werden als verbesserungswürdig angesehen.


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